Württembergische Staatseisenbahnen

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Einiges über Farben und zur Farbgebung der KWStE-Lokomotiven und Wagen

Nach dem II. Weltkrieg wurde aus dem Namen »Chr. Lechler & Sohn Nachf. Lackfabriken« in Stgt.-Feuerbach die neue Firmenbezeichnung »LESONAL« gebildet. (Später zu Akzo-Nobel gehörend wie der Farbenhersteller SIKKENS, wo ich 35 Jahre beschäftigt war).Unter dem Namen »Elastoline1« wurden schon damals bis lange nach dem II. Weltkrieg hochwertige Lacke mit großer Elastizität (daher die Produktbezeichnung)  auf der Basis von Leinöl-Standöl sowohl der Industrie als auch dem Malerhandwerk angeboten. Neben der Anwendung am Bau wurden nicht nur Schienenfahrzeuge, sondern auch Kutschen, später auch Lastwagen mit dieser Produktfamilie lackiert. Daher kann angenommen werden, dass die Entwicklung auf universelle Anwendung ausgerichtet war.

Farbton-Vorlagen gab schon, wie auch aus dem Leitfaden für den Anstrich von Eisenbahn-Wagen von 1911 welcher mir vorliegt2, entnommen werden kann. Es wäre ein Glücksfall, würde man eine solche Farbvorlage heute noch finden! Wurden diese Vorlagen jedoch unter Lichtabschluss verwahrt, kam es innerhalb kürzester Zeit zu starker Dunkelgilbung und damit zu Farbänderungen, weil die damals zur Verfügung stehenden  Bindemittel auf Leinölbasis nicht vergilbungsbeständig waren. Deshalb waren die Anstriche bzw. Lackoberflächen auch sehr empfindlich gegen die Belastung durch Öl, Ruß und sonstigen Schmutz, weshalb nach preußischem Muster ab etwa 1900 die Lokomotiven schwarz und die Räder (englisch-) rot lackiert wurden. Was Augenzeugenberichte anbelangt, möchte ich wiederholen, was mir ein väterlicher Freund Jahrgang 1899, früher in führender Stellung als Dipl. Ing. bei der Donau Kraftwerks-AG tätig und exzellenter Kenner der Eisenbahnszene, mehrmals berichtet hat: Die Schulferien verbrachte er in der Regel in Nördlingen bei seinen Großeltern, wobei sein besonderes Interesse dem (Grenz-) Bahnhof mit einer Bayerischen und einer Württembergischen "Lokstation" galt. Während wie bekannt die Bayerischen Loks grün lackiert waren, kamen die Württembergischen  stets schwarz mit englischroten3 Rädern daher. Zumindest für die Zeit nach der Jahrhundertwende ist das für mich authentisch, wobei ich die C ausschließen möchte. Vermutlich kamen die C-Loks damals (noch?) nicht nach Nördlingen. Die Schwarz-Weiß-Vorlage des Bildes einer C in der Literatur lässt zwar auf Grau schließen, doch die Grauabstufung eines Fotos lässt halt leider auch nur Mutmaßungen zu. Der Hinweis von Bernd Natterer auf Taubengrau könnte dies jedoch bestätigen. Bekanntlich gibt es da ja noch die Geschichte mit der Glanzblechverkleidung an der C. Für die Zeit vor der Jahrhundertwende kann angenommen werden, dass die Lokomotiven grün mit englischroten Rädern lackiert waren. Diener kommt in seinem Buch »Anstrich und Bezeichnung von Lokomotiven« insgesamt zu ähnlichen Erkenntnissen. Die Diskussion zeigt mir aufs Neue, dass es leider keine wirklich präzisen Hinweise auf die Farbgebung der KWStE.- Lokomotiven gibt im Gegensatz zu den Farbtönen der Reisezug- und Güterwagen.
 

1 Siehe Leitfaden für die Unterhaltung von Eisenbahnwagen der K.W.St.E. von 1911

2 Dankenswerterweise durch Rudolf Röder als Nachdruck vorhanden

3 Etwas heller als RAL 3005 Weinrot


 

Albrecht Ebinger, Arbeitskreis Eisenbahn-Historie Württ. 2005, überarbeitet Febr. 2017