Württembergische Staatseisenbahnen

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Farbgebung württembergischer Lokomotiven

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Der Text stammt von Dirk Wenzel, der hier die vorhandenen Quellen und Diskussionsbeiträge (vor allem aus dem LBF-Forum) zusammenzutragen und anhand eigener Forschungen ausgewertet hat. Einiges scheint damit bewiesen zu sein anderes lässt immer noch Raum für persönliche Deutungen. Abgeschlossen ist die Diskussion damit, insbesondere was das Glanzblech angeht, noch nicht.

Hallo Württemberg-Fans,
Mit der württembergischen Farbgebung beschäftige ich mich jetzt schon seit ca. 18 Jahren und hab dazu schon ziemlich viel Literatur, ebenfalls in Bibliotheken durchforstet, und auch nach anderen Quellen ausgeschaut wie zeitgenössische 1:10 Modelle oder aber ergänzend z.B. die Bilder Pleuers (es gibt es dazu einen farbigen Pleuer-Austellungskatalog in gutsortierten Bibliotheken, und, hab davon erst während des Schreibens erfahren, ein aktuell erhältliches Buch, im Jahre 2000 erschienen , siehe weiter unten). 
Da ca. 1986/87 die Roco württ. C in etwas dunkleren olivgrün erschien, es schon die Märklin T 5 in hellgrün gab, und auch weitere Modelle in allen möglichen Grüntönen erschienen, bis türkisgrün etc., kein Modell passte nur annähernd zum anderen, machte ich jahrelang den gleichen Fehler wie viele andere: Ich versteifte mich darauf, nur herauszufinden, welcher Grünton der richtige ist, weil so viele Modellbahn-Firmen können sich ja nicht irren, oder? 

GRÜNE FARBGEBUNG BISHER OHNE JEDEN HISTORISCHEN BELEG
Man kann aber davon ausgehen, dass die Farbwahl der Firmen am Ende doch nichts als wildes Rumgerate war (auch wenn dort oft wirklich sehr intensiv recherchiert wurde) , vor allem an Hand von Schwarz-Weiß-Fotos und eventuell den impressionistischen Pleuer - Gemälden, vielen lagen bestimmt, so wie mir, nur wenige kleinformatige Fotos von den Gemälden vor . Wenn man sich schon von vornherein auf Grün festgelegt hat (Länderbahn-Maschinen konnte man sich in den 1980er Jahren eigentlich nur grün vorstellen), kann man sich auch bei aller Fleißarbeit nur gnadenlos verrennen. Diesen Kardinal-Fehler habe ich auch jahrelang begangen, und einige machen das bestimmt weiterhin heute noch so. Das ist insbesondere bei der sw - Foto-Recherche oft völlig irreführend, egal um welche Bahngesellschaft es sich handelt. 

IRREFÜHRENDE S/W-BILDER VON LOKS IM 'FOTO-ANSTRICH'
Es wird dabei meistens nicht bedacht, dass speziell bei Werkfotos und Ablieferungsaufnahmen die Loks oft nicht die Betriebs-Lackierung ( es gibt natürlich auch Werk-Fotos, auf denen die Lok schon die Betriebslackierung trägt) tragen, sondern noch den Foto-‚Anstrich’. Dazu muss man wissen, dass damals dafür natürlich nicht die Lokomotiven richtig in einer hellen Farbe lackiert worden sind, um Details auf den damaligen Aufnahmen besser zu Geltung zu bringen. Das wäre viel zu aufwendig gewesen, die Loks dann noch mal komplett neu in der Betriebslackierung zu lackieren (eine richtige Sonder-Lackierung wurde sicher nur angewendet, wenn die Lok zum Beispiel für eine Ausstellung gedacht war, sicherlich war das auch mal denkbar für eine Probelokomotive einer neuen Baureihe, die man einer Bahngesellschaft andrehen wollte). 
In der Regel war der Foto-Anstrich nichts anderes als die mehr oder weniger helle Grundierung (die Grundierung sah ja auch nicht immer gleich aus), gut erkennbar oft daran, das diese meist ziemlich matt war, auch bei Bahngesellschaften, deren Betriebslackierung in der Regel in Hochglanz war, z.B.  K.Bay.Sts.B. Außerdem fällt bei genauem Hinschauen oft die Unregelmäßigkeit des Anstrichs ins Auge, auch wenn es viele Aufnahmen gibt, wo man sich für Fotozwecke viel Mühe mit einer gleichmäßig aussehenden Grundierung gegeben hat. 
Diese Loks erhielten dann zu Foto-Zwecken auch noch oft eine Linierung, mit überlackierbaren oder leicht entfernbaren, z.B. wasserlöslichen Farben. Die Art der Linierung stimmt aus Präsentationszwecken dann oft nicht überein mit der der jeweils üblichen Linierung bei der Betriebslackierung, ist oft übertrieben und/oder abweichend in den Formen. 
Oft sind bei diesen Foto-‚Anstrichen’ mit Grundierung aber auch schon Baugruppen-/Bauteile der Lok in Betriebslackierung zu sehen, öfters z.B. das Fahrwerk, die Räder wurden wohl zweckmäßigerweise auch trotz Foto - Shooting oft schon lackiert eingeachst, oder auch mal die Luftpumpe, Schornstein, oder andere Teile. Selbstverständlich war bei Loks mit Glanzblech-Verkleidung an Kessel und Zylinder, auch wenn der Rest der Maschine noch in Grundierung auf dem Foto zu sehen ist, die verkleideten Teile nicht grundiert, da Glanzblech natürlich nicht lackiert wird, und Kessel und Zylinder erscheinen auf dem Foto dann in der Regel hochglänzend, stark lichtreflektierend und schimmernd, der Rest der Maschine im mehr oder weniger hellen Matt der Grundierung. 

WANN SIND S/W-FOTOS HILFREICH ?
Die Schwarz-Weiß-Aufnahmen sind nur dann zur Interpretation wirklich hilfreich für die Farbgebungs-Frage, mal abgesehen davon, wie man die Licht-/Belichtungsverhältnisse einer Aufnahme einschätzt, wenn man 
- aus anderen Quellen im Prinzip schon das Lackierungsschema  schon kennt (z.B. Zeitzeugen-Schilderungen, zeitgenössische 1:10-Modelle usw.) 
- und man sich ziemlich sicher ist, dass die Lok keinen Foto-‚Anstrich’, sondern schon die Betriebslackierung trägt( was dann speziell bei den württ. Maschinen oft schwierig ist, da die Betriebslackierung wohl eine ganze Zeitlang oft auch matt war, so wie die Grundierung). 
- dann muss noch beachtet werden, dass einige Lokomotiven damals die unlackierte Glanzblech-Verkleidung an Kessel und Zylindern trugen,
- selbstredend muss man noch darauf achten, ob die Betriebslackierung wohl noch neu/ziemlich neu ist, oder ob eine Lok womöglich schon starke Verschmutzungen durch Öl, Ruß, Staub, Rost etc. zeigt. 
- und, zusätzlich darf man nicht vergessen, dass einige Aufnahmen damals retuschiert waren, manche davon stark. 
Dann kann man z.B. versuchen zu analysieren, wie hier z.B. im württ. Fall, ob ein im Prinzip bekannter Farbton wie z.B. Schwarz wohl eher heller, also ins gräuliche gehend, oder eher tiefschwarz und/oder matt,  glänzend oder hochglänzend, usw. war. 

HINWEISE AUS PLEUER'S IMPRESSIONISTISCHEN GEMÄLDEN?
Bei den farbigen Pleuer-Gemälden muss man beachten wie schon öfters angesprochen, dass der Maler mit seiner impressionistischen Malweise auch die Lichtverhältnisse, die Reflexion des Himmels und der Umgebung auf der Lok neben ihrem eigentliche Farbton wiederzugeben versucht, hier können eben eventuell Weiß, Gelb, Grün, Schwarz, Braun, Grau etc Miteinfließen, rot in der Regel wohl nur bei Sonnenuntergang oder wenn es brennt oder wenn der dargestellte Gegenstand selbst rot ist. 
Daher ist es sehr schwer, die Farbgebung der dunklen Aufbauten anhand dieser Gemälde zu bestimmen, vor allem wenn man keine ‚heiße Spur’ aus einer anderen historischen Primärquelle hat. 
Nur das Rot der Räder und er Pufferbohlen ist oft eindeutig zu erkennen, da es sich hier nicht um ‚Reflexionen’ der Umgebung handeln kann, solange eben kein roter Sonnenuntergang oder eine Feuersbrunst auf dem Bild erkennen ist. 
Auch gibt es Bilder Pleuers, die nicht immer so stark impressionistisch sind, und detailliert rote Lokradsätze z.B. in einer württ. Werkstätte zeigt (und das rot stammt definitiv nicht vom ‚lodernden Schmiedefeuer’), ein Bild heißt sogar ‚Rote Räder’. 

BISHER NUR HISTORISCHE QUELLEN BEKANNT ZUR SCHWARZ (-GRAUEN) FARBGEBUNG WÜRTT. LOKOMOTIVEN
Zu bisher bekannten historischen Belegen zum Farb-Schema der württembergischen Loks: 
Bekannt sind bisher ausschließlich Primärquellen , d.h. zum Beispiel Zeitzeugen/Augenzeugen-Aussagen aus dieser Zeit in Druckerzeugnissen und Handschriften, zeitgenössische, in den Werkstätten der K.W.St.E. hergestellte vorbildgetreue 1:10-Modelle usw., die sich auf Schwarz (-grau) für die Lokomotiv-Aufbauten beziehen, keine einzige für Grün. Sollte jemand eine Primär-Quelle zur grünen Farbgebung kennen, dann hier mal bitte endlich mitteilen.  Hier die mir bisher bekannten Primärquellen bzw.  zeitgenössische Exponate:

QUELLE NR. 1 - AUGENZEUGE H. DOUGLAS BENETT
Historischer Quelle/Beleg Nr. 1: Zuerst als Zeit- und Augenzeugen-Zitat der Bericht des Eisenbahn-Journalisten H. Douglas Benett von 1901 (H. Douglas Bennett: The Royal Wuertemberg State Railway.- in „The Railway-Magazine“, Vol. VIII, London 1901, Seite 169):

„ All engines are painted a dull black, picked out with fine red lines, the letter denoting their class
being in brass letters on the side of the cab, the number being put on the front of the smokebox in brass figures. ... . As a rule , I have not found these engines so well kept as it is the custom in England, they being generally covered in oil, etc., according to Continental fashion.“

( Übersetzungs-Versuch: „Alle Lokomotiven sind in einem matten Schwarz gestrichen, verziert mit dünnen roten Linien, die Buchstaben, die ihre Gattung bezeichnen, befinden sich in Messing-Lettern auf der Führerhaus-Seitenwand, die Nummern sind an der Rauchkammer-Vorderseite als Messing-Zahlen angebracht.  ... Normalerweise habe ich die Lokomotiven nicht so gut gepflegt vorgefunden wie es in England üblich ist, sie sind im allgemeinen bedeckt mit Öl, usw., der kontinentalen Mode folgend.“). 
Da dieser laut seinem Reisebericht (übrigens exzellent und ausführlich geschrieben, mit zahlreichen weiteren wichtigen Informationen für Württemberg-Fans) doch weit auf württ. Strecken rumgekommen ist und unterwegs daher viele Loks zu Gesicht bekommen hat (er beschreibt in seinem Bericht detailliert zahlreiche württ. Baureihen), kann man davon ausgehen, dass der von ihm genannte Farbton „dull black“ (matt schwarz), nicht die Ausnahme war, sondern die Regel. 
Er schreibt vor allem nicht nur dass württ. Lokomotiven matt schwarz sind, sondern er schreibt ausdrücklich, dass ‚alle’ Loks matt schwarz sind. 
Wenn 1901 wirklich noch grüne Loks in einem etwaigen, bisher noch nirgendwo belegten Vorgänger-Farbschema unterwegs gewesen sein sollte, dann müssen die so selten gewesen sein, dass er sie nicht zu Gesicht bekam oder sie ihm nicht auffielen. 
Wenn also doch mal das Lackierungsschema jemals vorher grün war, so muss schon längere Zeit vor 1901 der Wechsel stattgefunden haben, da ja dann nicht alle Maschinen sofort umlackiert wurden, sondern nur, wenn ein Neuanstrich fällig war. So hätte es Jahre gedauert, damit ein Zeitzeuge 1901 praktisch nur noch schwarze Loks zu Gesicht bekommen hätte können. 
Benett erwähnt übrigens die Farbgebung auch nicht beiläufig, sondern beschreibt detailliert auch die Farbschemen der Personen- und Güterwagen und sogar der Signale, die Farbgebung war für ihn also wichtig. Da er z.B. für die I. und II. Klasse-Personwagen die Farbgebung sogar ‚dark oliv green’ nennt, ist wohl auch ausgeschlossen, dass die Loks vielleicht in Wirklichkeit in einem ganz dunklen Grün lackiert gewesen sein sollten, und dass Benett dieses nur mit ‚Schwarz’ verwechselt hätte. 
Zu Benetts Verwendung des Wortes ‚dull’ = ‚matt’ oder „stumpf“: 
Benett hat sicherlich nicht nur stark verschmutzte Maschinen gesehen, die aufgrund der Verschmutzung matt aussahen, sondern sicherlich auch einige Loks, die noch relativ neu aussahen. Vor allem besuchte er auch die Maschinen-Fabrik Esslingen (ME), er dankt in seinem Bericht ausdrücklich deren Mitarbeitern, da sie ihm Abmessungs- und Leistungstabellen verschiedener württ. Baureihen samt Fotos zur Verfügung gestellt hatten. Er wird ja wohl kaum, da er sowieso Württemberg bereiste und die ME nur ca. 10-15 km von Stuttgart entfernt direkt an der Hauptstrecke nach Ulm lag, das Werk nicht besucht haben und etwa die Informationen von der ME schriftlich angefordert haben. 
Bei der ME hatte er dann wohl relativ gute Chancen, auch eine neue Lok für die K.W.St.E. bereits in Betriebslackierung oder beim End-Lackieren zu sehen.  Wenn Benetts subjektive Wahrnehmung des Kriterium matt oder glänzend nicht ganz trügt, dann dominierte um 1900 wohl bei der K.W.St.E. eine eher matte, zumindest seidenmatte Farbausführung der Lokomotiv-Aufbauten.

HISTORISCHE QUELLE/ BELEG NR 2: 
Des weiteren wird in dem Buch ‚Hermann Pleuer 1863 - 1911 Leben und Werk - Die Entdeckung der Geschwindigkeit’ von Gabriele Kiesewetter, der Zeit- und Augenzeuge Theodor Heuss (geb. 1884) folgendermaßen auf S.140 bezüglich des Aussehens der württ. Loks ,und wie Pleuer das reale Vorbild ins Bild umsetzt, zitiert: 
„ Die Technik wird dem Stoff gerecht; diese rauchenden, pustenden, stampfenden, schwarzen Kolosse darf man nicht mit zartem Pinselstrich geben...“. 
Er schrieb dieses über Hermann Pleuers Eisenbahn-Bilder 1905 in ‚Die Hilfe’, herausgegeben von Friedrich Naumann in Berlin, 11.Jahrgang, Heft 35, S.12 in seinem Beitrag ‚Ein Maler der Eisenbahn’. Hier mag vielleicht jemand einwenden, dass Heuss den Begriff ‚schwarz’ möglicherweise nur künstlerisch verwenden würde, aber er beschreibt hier ganz deutlich zuerst das reale Vorbild, und sagt dann, was bei der künstlerischen Umsetzung zu beachten ist. 
Zur Einordnung dieses Zeitzeugen:  Theodor Heuss (ja, genau der, der spätere Bundespräsident) beschäftigte sich intensiv mit dem Werk Hermann Pleuers, seinen Vorbild-Motiven und deren künstlerische Umsetzung durch Maltechnik und Farbwahl, insbesondere mit seinem Sujet der ‚Eisenbahn-Malerei’, das ca. 25 % von Pleuers gesamten Werk ausmacht, ab 1900 -1911 sogar ca. 50 %. In Beiträgen über Malerei, auch in Kunst-Zeitschriften, hob er immer wieder die Bedeutung Pleuers als ‚Eisenbahn-Maler’ hervor. Theodor Heuss, geboren und aufgewachsen in Württemberg,  bekam natürlich jahrelang genügend Loks der K.W.St.E. zu Gesicht, und Kiesewetter bescheinigte ihm intimste Kenntnisse der Arbeitsweise Pleuers. Von Heuss ist auch überliefert, dass Pleuer ein ‚Freiluftatelier’ sich extra auf den Bahnanlagen der K.W.St.E. gemietet hatte, von dem er morgens bis abends die Züge beobachten und studieren konnte. Dazu schrieb er 1905 ebenfalls in ‚Die Hilfe’, siehe oben: „ Da saß er in einem Häuschen, mitten im Stuttgarter Bahnterrain, Sommer und Winter, morgens und abends, betrachtete und malte die kommenden und gehenden Züge. “
Heuss wusste, dass Pleuer nicht irgendwelche Lokomotiven malte, sondern ausschließlich die der K.W.St.E., von denen er sich zuerst penibel genau Bleistift-Skizzen der verschiedenen Baureihen fertigte( sogar mit Bauhreihen-Bezeichnung und Betriebsnummer der Loks! Sogar bei den Wagen, z.B. auf einer Wagenstudie von 1907, mehrere mit Bautyp und Nummer untertitelte Wagen sind zu sehen, so auch ein Personenwagen ‚Württ. ABBi 666 I & II Cl.’, ‚Württ.  Gepäckwagen CEP 8573 usw), bevor er sie malte und das reale Vorbild in mehreren Stufen mehr oder weniger verfremdete und verwischte, aber immer auf der Basis des exakt erfassten, konkreten realen Objekts. 
Sogar Fachleute des Maschinenbaus waren von der Exaktheit und detaillierten Vorbildtreue der Skizzen Pleuers, insbesondere auch wegen der perspektivischen Umsetzung, beeindruckt.

WEITERE QUELLEN: HISTORISCHE, ZEITGENÖSSISCHE 1:10 MODELLE VON WÜRTT. LOKOMOTIVEN, IN MUSEEN UND SAMMLUNGEN ERHALTEN GEBLIEBEN.
Weitere primäre Quellen sind noch erhaltene zeitgenössische 1:10 Modelle in Museen und Sammlungen. Zu 1:10-Modellen allgemein: Diese wurden in der Regel in Betriebstätten (manche scheinbar auch von dem Lokomotiv-Herstellern selbst) der damaligen Bahngesellschaften hergestellt, dort meistens von den Lehrlingswerkstätten unter Anleitung durch die Meister, einerseits zur Übung , andererseits als Anschauungsobjekte für die Ausbildung. 
Wer die 1:10-Modelle schon in Museen gesehen hat, weiß, dass diese bis ins kleinste Detail den jeweiligen Vorbildern nachgebildet sind unter Verwendung der jeweils vorbildentsprechenden Werkmaterialien.  Natürlich wurde zum Lackieren auch die gleichen Lacke und Farbmaterialen verwendet wie beim Vorbild. 

BEISPIEL HISTORISCHE BAYERISCHE 1:10-MODELLE
Die sicherlich noch um die 100 existierenden 1:10-Modelle der K.Bay.Sts.B. zeigen ein weitgehend durchgehendes Verwenden der bayer. Betriebslackierung am Modell, Abweichungen gibt es nur selten, das dunkle flaschengrüne Vorbild-Farbschema war die Regel.  Abweichungen gibt es z.B. an den bayer. Modellen hauptsächlich bei den zum Teil zu dicken gelben bzw.  weißen Absetzlinien. Diese Absetzlinien waren, wie auf sw-Fotos erkennbar, bei der Betriebslackierung so hauchdünn, dass sie oft sogar bei guten Aufnahmen praktisch nicht erkennbar sind. Eine Umsetzung dieser schon im Maßstab 1:1 sehr dünnen Absetzlinien machte wohl sogar in 1:10 Probleme, so dass diese wohl am Modell schon allein daher zu dick geraten waren. 
Teilweise bestimmt auch sogar mit Absicht, denn die genau dem Vorbild entsprechende, mit Vorbild-Lacken lackierte Modelle sollten dann vielleicht dadurch besonders schön wirken. 
Da die drei jetzt unten angeführten württ. 1:10-Lokomotiven im Prinzip alle das gleich Farbschema tragen, halte ich einen Zufall für ausgeschlossen. Wenn einmal ein 1:10-Modell doch mal aus Präsentationsgründen einen Phantasie-Anstrich erhielt, kann der wohl kaum zufällig dreimal gleich ausgefallen sein. 

QUELLE NR. 3 1:10-MODELL DER WÜRTT. F1 'NECKAR
Historischer Quelle/Beleg Nr.3: 
Erhalten ist einmal das 1:10-Modell der württ. F1 Bauart Klose ‚NECKAR’ (Vorbild gebaut 1894), im Deutschen Museum, Inventar-Nummer 06/6701, gestiftet an das Museum von der Königlich Württembergischen Eisenbahnverwaltung, Stuttgart. 
Da das Deutsche Museum das Modell 1906 (vgl. auch die Inventarnummer) erhalten hat, das Modell aber natürlich nicht vor der Entstehung seines Vorbilds entstanden sein kann, kann man de Entstehungszeitraum des Modells auf zwischen 1894 und 1906 eingrenzen. Leider sind im Deutschen Museum momentan keine weiteren Daten zum Modell außer dem Eingangsjahr 1906 und der Stifterin, der Königl. Württ. Eisenbahnverwaltung bekannt. 
Ein Farbfoto dieses 1:10-Modells gibt auch im diesem Buch: Ludwig Schletzbaum: Technikgeschichte im Deutschen Museum - Eisenbahn Erschienen im Verlag C.H. Beck München 1990 ISBN 3 406 347185 
Das Buch war lange Zeit im Museums-Shop erhältlich, ist jedoch z.Zt. vergriffen und vom Verlag nicht erhältlich. 
Das Modell ist an den Lok- und Tender-Aufbauten Schwarzgrau, nur Radsterne und der Fahrwerks-/Tender-Rahmen selbst sind bräunlich rot, die restlichen nicht blanken Teile des Fahrwerks ebenso wie Stoss- und Zugeinrichtungen sind schwarz (detaillierte Farb-Auflistung mit Farbtönen dieses 1:10-Modells weiter unten).
f1_1.jpg (154681 Byte)f1_2.jpg (309760 Byte)Im Fahrwerksbereich kann man dann auch tiefsschwarz verwenden, da dort laut einer Lackiervorschrift der K.W.St.E.( technische Vorschrift für die Lieferung von Lokomotiven und Tendern,  17 Mai 1906), die in Wolfgang Dieners Standardwerk ,’Anstrich und Bezeichnung von Lokomotiven - Das Erscheinungsbild deutscher Lokomotiven von 1871 bis heute’( erschienen 1996 im transpress Verlag, ISBN 3-344-71004-4)) zur Farbgebung deutscher Lokomotiven veröffentlicht ist, ausdrücklich darauf hingewiesen ist, dass für die restlichen, nicht blanken Fahrwerksteile nicht die speziell hergestellten Lokomotiv-Lacke wie an Aufbau, Radsternen und Rahmen zu verwenden sind, sondern andere schwarze Schutz-Farbmaterialien.
Keine freudige Euphorie: In der Vorschrift steht leider nichts über die Farbtöne der speziellen Lokomotive-Lacke für Lok/Tender-Aufbauten und Räder/Rahmen/Stoßbalken, sondern dass bei Bedarf dazu eine Mustertafel gegeben wird, und dass diese Lacke als letzter Anstrich nach den beschriebenen Grundierungsarbeiten zu verwenden sind und an welchen anderen Bauteilen kein Lokomotivlack zu verwenden ist, sondern andere Farb- und Schutzanstriche.

WÜRTT. LOKS AUCH MIT GLANZBLECH-VERKLEIDUNG VOR ERSCHEINEN DER WÜRTT. C
Übrigens wird in dieser Vorschrift, die ja 3 Jahre vor dem Erscheinen der württ. C (bekannterweise mit stahlblauer, schimmernder, hoch-lichtreflektierender Glanzblech-Verkleidung an Kessel und Zylindern) geschrieben wurde, erwähnt, dass bei Loks mit Glanzblech-Verkleidung der Kessel und Zylinder selbstverständlich nicht zu grundieren und lackieren ist. Das heißt es gab schon vor der württ. C in Württemberg Lokomotiven mit Glanzblech-Verkleidung!!!
Solange Wolfgang Diener die K.W.St.E.-Vorschrift nicht falsch , auch bezüglich des Datums, wiedergegeben hat und hier niemand einwendet, dass einem württ. Beamten vielleicht nur langweilig war und er glanzblechverkleidete Loks berücksichtigte, ohne dass es schon welche bei der KWSTE gab.
Belegt ist die Glanzblech-Verkleidung vor Erscheinen der württ. C im Jahre 1909 z.B., wie Bernds Beck hier im LBF-Forum vor kurzem mitteilte, für 11 Loks der württ. Gattung Fc mit Bahn-Nummern 719 bis 723 und 726 bis 731, geliefert 1907 und 1908. Quelle ist die Liefer- und Bestelliste der ME, in der das Glanzblech besonders erwähnt ist. Bei weiteren Loks der ME hat Bernd Beck keine entsprechenden expliziten Einträge gefunden.
Ein weiterer ganz heißer Kandidat für eine solche glanzblechverkleidete Lok ist zum Beispiel die ADh in Albert Mühl/Kurt Seidel ‚Die Württembergische Staatseisenbahnen’, wer das Buch hat, sollte mal auf S. 144 das enthaltene Foto der ADh ‚1548’ unter dem Aspekt Glanzblech betrachten, das würde in dem Fall auch die ausnahmsweise deutlich erkennbaren dunkleren Kesselringe erklären (die waren nämlich bei Glanzblech-Loks in der Regel, vielleicht nicht grundsätzlich, nicht in Glanzblech). Für mich hat diese Maschine mit hoher Wahrscheinlichkeit Glanzblech-Verkleidung.
Noch ein Kanditat könnte die württ. Schnellzuglok Klasse D mit der Betriebsnummer ‚422’ sein ,
abgebildet in Messerschmidt ‚Lokomotiven aus Esslingen’ auf S.79. Aufgrund der schlechten Aufnahme und da es sein könnte, dass das Führerhaus und die Belpaire-Stehkesselverkleidung bereits die dunklere Betriebslackierung tragen, der restliche Kessel aber noch Grundierung trägt, ist dass mit dem Glanzblech in dem Fall aber noch sehr spekulativ.
Ganz deutlich, meiner Meinung nach mit 95%iger Wahrscheinlichkeit, kann man, wenn man einigermaßen Übung mit sw-Fotos von glanzblech-verkleideten badischen, schweizerischen, österreichischen, schwedischen etc. Loks hat, das Glanzblech am schönen Foto der württ. AD ‚500’, Baujahr 1903, erkennen.  Insbesondere wenn man das Foto vergrößert ist, ist nach meiner Meinung das ganz eigenartige Schimmern von Glanzblech zu erkennen, das sich bei einiger Übung von starkem Sonnenschein auf einer hochglanzlackierten Lok unterscheiden lässt. Die Kesselringe scheinen im gleichen Farbton zu sein, also in diesem Fall wohl auch in Glanzblech. Aber natürlich lässt sich auch bei diesem Foto nicht ein hell hochglanz-lackierter Kessel nicht gänzlich ausschließen, oder sogar ein dunkel lackierter Kessel, selbst wenn nicht hochglänzend, der durch sehr starken Sonnenschein hell und metallisch das Sonnenlicht reflektiert. Ich will hier auch keine Hysterie ‚auf der Jagd’ nach württ. Lokomotiven mit Glanzblech-Verkleidung an Kessel und Zylindern verbreiten, aber aufgrund der unten aufgeführten K.W.St.E. - Liefervorschrift sollte jedem beim Betrachten von sw-Fotos bewusst sein, das es auch schon vor 1906 württ. Loks mit Glanzblech-Verkleidung gab. 

K.W.St.E.-VORSCHRIFT ZUR LIFERUNG VON LOKOMOIVEN U. TENDERN VON 1906
Und hier noch die oben genannte K.W.St.E. - Vorschrift zur Lieferung von Lokomotiven und Tendern von Mai 1906 im Originaltext, abgetippt aus Wolfgang Dieners Buch. S.18 (am besten mehrmals in Ruhe durchlesen, um voreiligen Fehlschlüssen vorzubeugen):

 „ Zum Anstrich der Lokomotivkessel ist eine Mischung von 3 Teilen Graphit mit 5 Teilen eines schwer brennenden Mineralöls zu verwenden. Beim Anstrich der Lokomotivrahmen, Stoßbalken, Radsätze( mit Ausnahme der blank bearbeiteten Flächen), der Kessel- und Zylinderverkleidung, sofern für letztere nicht Glanzblech vorgeschrieben ist, der äußeren Seiten des Führerstandes und des Tenders ist folgender Arbeitsgang einzuhalten: Letzter Anstrich mit Lokomotivlack Für die Farbe wird auf Verlangen eine Mustertafel gegeben. Der Wasserkasten ist innen zweimal mit rostschützender Farbe zu streichen, nachdem die Bleche sorgfältig von Rost und allen Unreinlichkeiten befreit sind, sodann erhalten sie einen dritten Anstrich von grauer Ölfarbe. Alle zu nietenden Eisenteile sind an den Berührungsflächen zweimal sorgfältig mit Bleimenningfarbe zu streichen. Der Kohlekasten und der Raum um den Kuppelkasten sind nach gründlicher Reinigung von Rost und Schmutz mit heißem Steinkohlenteer zu streichen. Alle innerhalb der Rahmen liegenden Teile, wie die inneren Flächen der Rahmen, die Rahmenversteifungen, Luftbehälter, Aschenkasten usw. erhalten einen zweimaligen Mennigefarben- und darüber einen schwarzen Ölfarbenanstrich. Alle übrigen nicht blanken Teile, wie Rohrleitungen, Bremsgestänge, Zug- und Stoßvorrichtungen usw. sind mit schwarzer Farbe zu streichen.“

ABNAHME DER FARBTÖNE VOM WÜRTT. F1-MODELLS MIT RAL-FARBKARTE
Zusatz: Vor ein paar Tagen war ich noch mal im Deutschen Museum, endlich mal mit RAL-Farbkarte.  Die Konservatorin des Deutschen Museums für Schienenverkehr, Frau Dr. Frauke von der Haar, öffnete mir sehr dankenswerterweise die Vitrine, so dass ich direkt an mehren Stellen des dazu teilweise abgestaubten Modells bei gutem Licht die Farbtöne mit der RAL-Karte vergleichen konnte. Damit mein Farbvergleich nicht etwa zu subjektiv ausfiel, hat die Konservatorin netterweise mit der RAL-Karte die Farbtöne selbst auch überprüft. 
Man muss, wie schon erwähnt, bedenken, dass die Modelle im Laufe von Jahrzehnten möglicherweise nachdunkeln, siehe z.B. die zahlreichen 1:10 Modelle der K.Bay.Sts.B. in Nürnberg und München. Oder aber auch, dass die Farben, nach Wolfgang Hug, ‚stumpf, bleich und rissig’ werden können, wie es seiner Meinung nach an den badischen 1:10 Modellen im Karlsruher Verkehrsmuseum geschah. Hier kann man dann eben die an heutigen Modellen abnehmbaren Farbtöne in die eine oder andere Richtung etwas variieren, je nach Auffassung. 
Außerdem kann man davon ausgehen, dass selbst wenn 20 oder 30 Jahre oder sogar noch länger durch die K.W.St.E. per Mustertafel der schwarze bzw.  schwarzgraue Farbton für die Lokomotivaufbauten vorgeschrieben war, die von den verschiedenen Lokomotiv-Herstellern für die württ. Loks verwendeten, sagen wir schwarzgrauen Farbtöne, vor allem im Laufe der Jahre, variierten. Ich glaube nicht, dass wenn ein Lokomotivhersteller nicht ganz genau den schwarzgrauen Farbton der K.W.St.E. - Mustertafel getroffen hatte, dass die K.W.St.E. die Lokomotiven nicht abgenommen und zurück zum noch mal Lackieren geschickt hätte. Selbst beim Hoflieferant der K.W.St.E. wird das Schwarz bzw. Schwarzgrau im Laufe der Jahre variiert haben, weil z.B. der Farblieferant wegen Rezeptur-Änderungen, auch z.B. aufgrund technischer Fortschritte bei der Farbherstellung, nicht immer exakt den gleichen Farbton geliefert hat, oder vielleicht wechselte der Lokhersteller auch mal ganz den Farblieferanten. Mit der gleichen Begründung variierte wohl auch die Mattigkeit bzw. der Glanz der Farben. Eine Tendenz, man kann das aber aus oben genannten Gründen nicht verallgemeinern, könnte sein (wenn ich mir zahlreiche sw - Fotos ansehe, bei den man sich einigermaßen sicher sein kann, dass die Lok bereits Betriebslackierung tragen), dass auf älteren Aufnahmen eine oft stärker glänzende und dunklere, auch tiefdunkle Lackierung zu sehen ist, zu sehen vor allem bei einigen Ablieferungsfotos, die die Maschinen aber sicher schon in Betriebslackierung zeigen so aus etwa von 1890er bis zudem 1870er oder noch weiter zurück. Und dass ab den 1890er Jahren immer mehr Loks in matter, oft auch nicht ganz so dunkel erscheinenden Betriebslackierung zu sehen sind. 
Schwer einzuschätzen ist bei dieser Einschätzung der sich möglicherweise verändernden Hell-Dunkel und Matt Glänzend -Charakteristik vor allem auch die württ. C für ihre nicht mit Glanzblech verkleideten Baugruppen wie z.B. Führerhaus, Tender und Umlaufschürze, vielleicht ist diese Lok betreffend ihrer lackierten Aufbauteile ja auch ein Sonderfall.. Auf zwei Fotos, auch die meisten anderen Betriebs-Fotos der württ. C vor 1918/1919 zeigen dieses, ist besonders gut zu erkennen, dass, im Unterschied zum in Glanzblech hochglänzenden Kessel und Zylinder, das Führerhaus, der Tender und die seitliche, vertikale Umlaufschürze relativ hell und matt aussehen. Die zwei Fotos finden sich in Wolfgang Dieners Buch auf Seite 143, aber auch zum Beispiel in Bernd Becks ‚Schwäbische Eisenbahnen’. Das eine zeigt die 1909 von der ME gebaute württ. C ‚2001’, dass andere, wohl an gleicher Stelle fotografiert, die C ‚2007’, Baujahr 1910. Beide in Betriebszustand, da bereits Verschmutzungen an den Maschinen zu erkennen sind. Entweder wirken die lackierten Baugruppen Führerhaus, Tender und Umlaufschürze, die ja im Normalfall im schwarz-gräulichen Standard-Farbton lackiert gewesen sein müssten, hier so hell, weil: 
- die Licht-/Belichtungsverhältnisse der Fotos die dunkle Lackierung einfach so hell und matt erscheinen lassen 
- und/oder die prinzipielle schwarz-gräuliche Farbgebung zu dieser Zeit besonders hell, vielleicht wie Graphitgrau oder so,  und matt war 
- und/oder weil die Loks an den genannten Baugruppen bereits eine solch starke Verschmutzung aufweisen, im Gegensatz zu dem vielleicht noch gut gepflegten Glanzblech-Kessel, dass die schwarz-gräuliche Farbe so hell und matt erscheint, schließlich sieht der sicherlich in Schwarz lackierte Aschkasten unter dem Führerhaus ungefähr genauso hell aus 
- oder, dass halte ich für weniger wahrscheinlich, jedoch für nicht ganz ausgeschlossen, dass die württ. C einen extra Farbton für ihre lackierten Aufbau-Teile erhalten hatte, vielleicht ein zum stahlblau-schimmernden Glanzblech passendes Blaugrau, wie es Märklin in den 80er Jahren an seinem H0-Modell andeutete. Schließlich war die C ja das Flagg-Schiff der damaligen K.W.St.E., so wie der ICE, der bei seinem Erscheinen bei der Bundesbahn in den 1980er Jahren ja auch eine extra Farbschema erhielt.  Da aber für solch ein eigenes Farbschema ein extra Lokomotiv-Lack zusätzlich zu den Standard-Lacken in den Werkstätten der K.W.St.E. hätte ständig vorgehalten werden müssen, halte ich es für wenig wahrscheinlich, wenn auch nicht ganz ausgeschlossen.  Auch dass , wie oben angesprochen, der Aschkasten so ziemlich gleich hell/dunkel wie das Führerhaus und die Umlaufschürze auf den Fotos erscheinen, spricht dagegen, da der Aschkasten wohl kaum den Extra-Anstrich spendiert bekommen hätte, sondern wie üblich schwarz war. Also eher die drei erst genannten Aspekte. 

S/W-FOTOS: GANZ DUNKLE FARBTÖNE KÖNNEN AUF FOTOS GANZ HELL ERSCHEINEN
Zu dieser Frage hat mir aber wieder der Zufall weitergeholfen, hier hat wieder mal der ‚Diener’ weitergeholfen. Es handelt sich hier vielleicht um einen ganz entscheidenden Hinweis, wenn man eine Quelle für einen bestimmten Farbton hat, z.B. in dem Fall etwa wie RAL 7021 Schwarzgrau, sich dann aber wundert, warum einige oder viele Loks aus dem Zeitraum in Betriebslackierung auf sw - Bildern viel heller wirken. RAL 7021 Schwarzgrau ist immerhin so dunkel, dass die meisten Leute den Farbton spontan als ‚Schwarz’ bezeichnen würden, wenn sie die RAL-Farbkarte oder das 1:10-Modell der württ. F1 sehen würden. 
Beim Blättern in Wolfgang Dieners Buch sind mir eben dazu zufällig drei weitere Fotos auf S.157 aufgefallen. Sie zeigen drei verschiedene 1943 gebaute Lokomotiven der Deutschen Reichsbahn. Im November 1942 war per Anordnung der für neuzuliefernde Lokomotiven kriegsbedingt vorgeschriebene ‚entfeinerte’ Anstrich von RAL 7011 Eisengrau (im Vergleich relativ hell) auf das sehr dunkle RAL 7021 Schwarzgrau geändert worden. Dass dann noch länger ‚Farbe aufgebraucht’ wurde, glaube ich nicht. Denn der die Vorschrift wurde aus militärischen Gründen verordnet, da die Luftwaffe meinte, dass die Loks aus der Luft im hellen Eisengrau zu leicht zu sehen sind und damit ein gutes Ziel böten. 
Daher zeigen die drei 1943 gelieferten 52 1350 (M. Esslingen), 52 1853 (Henschel) und 52 3378 (Krauss-Maffei) mit hoher Wahrscheinlichkeit schon das ausdrücklich vorgeschriebene RAL 7021 Schwarzgrau auf diesen Ablieferungsfotos, wie Wolfgang Diener das auch zu diesen drei Fotos schreibt. Einen extra ‚Fotoanstrich’ gab's 1943, mitten ihm Krieg, wohl kaum, und dass man die Loks nur so zum Fototermin in Grundierung extra aus der Halle gezogen hätte (so als Bombenziel?), glaube ich ebenfalls nicht. 
Und alle drei Loks erscheinen auf den sw - Fotos, obwohl im ganz dunklen Schwarzgrau neu lackiert, noch ohne Betriebs- und Verschmutzungsspuren, praktisch im gleich hellen grauen Farbton wie Führerhaus, Tender und Umlauf der württ. C auf den beiden oben genannten s/w-Fotos in Dieners Buch!!! 
Nur die Esslinger Maschine sieht minimal dunkler aus, die beiden anderen genau gleich hell. 
Man kann also nicht von einem guten s/w-Foto, auf dem ein Lok relativ hell erscheint, automatisch schließen, dass diese nicht auch eine sehr dunkle, sogar fast schwarze Lackierung haben kann. 
Und andersrum kann eine z.B. schwarzgraue Lackierung auf s/w-Fotos dunkel und schwarz aussehen oder auch relativ hellgrau. Spätestens ab Anfang der 1920er scheint wieder glänzend bei den württ. Dampfloks zu überwiegen, dann vermutlich aber meistens schon in preußischen/ DRG braunoliv/ rotbraunen Farbtönen. 
Ziel ist es also , mit den jetzt angegeben RAL-Farbtönen des 1:10-Modells der württ. F1 , ein gewisses Farbspektrum einzugrenzen, aber nicht ganz bestimmte RAL-Farbtöne festzuhämmern. Wenn also in Zukunft neue H0-, N-, etc Eisenbahnmodelle in ihren schwarzen bis grauen Farbtönen etwas variieren, so ist dass nicht unrealistisch und in einem gewissen Farbspektrum der Vorbild-Situation entsprechend. Das selbe gilt für das rötliche Braun des Fahrwerks. 

AUFLISTUNG DER ANNÄHERNDEN RAL-FARBTÖNE AM 1:10-MODELL DER WÜRTT. F1 'NECKAR'
Hier nun die im deutschen Museum ‚gemessenen’ Farbtöne/-Spektrum der württ. F1 Bauart Klose ‚Neckar’. : 
Lokomotiv- und Tenderaufbauten: 
Der am heutigen Modell bestehende Farbton entspricht ziemlich exakt in Ton und Helligkeit RAL 7021 Schwarzgrau, vielleicht ein ganz klein wenig heller. Wenn man glaubt, dass das Modell etwas nachgedunkelt ist mit der Zeit könnte vom Grau-Ton her RAL 7016 Anthrazitgrau erwägt her, aber nicht viel heller, kann mir nicht vorstellen, dass das Modell so stark nachgedunkelt ist. Die Farbe ist seidenmatt bis matt. An einem sw - Foto (zu finden in der Bildstelle des Deutsches Museums im Ordner Schienenverkehr/ Dampflokomotiven/ Maschinenfabrik Esslingen) des 1:10-Modell von 1952 wirkt der Lack an der F1 aber noch glänzender. Das Fahrwerk scheint auf diesem Foto noch etwas heller. Radsterne/ Rahmen (aber wirklich nur der Rahmen selbst):
am dichtesten dran am merkwürdigen Rot-Ton ist RAL 3009 Oxidrot, jedoch zu dunkel, gemischt mit dem auch im Modell-Farbton enthalten RAL 3013 Tomatenrot, sagen wir mal gefühlsmäßig im Verhältnis 3 oder 2:1, müsste man ungefähr dem heutigen Modell nahe kommen. Man könnte auch vereinfacht ‚Baunrot’ zu der Farbe sagen, der RAL-Farbton Braunrot ist aber doch deutlich anders.  Ich vermeide den Begriff Braunrot daher extra, auch weil viele dann sofort an das an heutigen preuss.  Modellen verwendete Braunrot denken würden. Dieses würde meiner Meinung nach dem sehr eigentümlichen Rot der württ. Lok nicht gerecht. Der Rahmen war dabei etwas dunkler als das oben beschriebene Rot der Radsterne, da am Rahmen scheinbar ein schwarzer Untergrund am Modell überstrichen worden ist und so der dunkle Untergrund durch das Rot des Rahmen etwas durchschimmert. 
Alle anderen Teile am Fahrwerk, die weiter unten nicht als blank aufgeführt sind, sind als württ. Besonderheit schwarz, wie zum Beispiel Bremsklötze, Federpakte, äußere Achslager, Kuppelstangen-Nut, etc. Diese Teile sind jedoch, wie ganz deutlich am Modell im Unterschied zum Aufbau feststellbar, Tiefschwarz RAL 9005, die RAL-Karte ‚Schwarzgrau’ war im Vergleich viel zu hell für diese Teile. Man hätte es sich hier ja leicht machen können und beim Herstellen dieses Modells einfach dieselbe Farbe für den Aufbau wie für die schwarzen Fahrwerksteile verwenden können. Man ist hier aber wohl ganz analog wie in der oben genannten Liefervorschrift der K.W.St.E. vorgegangen, in der für die genannten Fahrwerksteile schwarzer Ölfarbenanstrich zu verwenden ist, für den Lok-Aufbau jedoch ein anders beschaffener, extra Lokomotiv-Lack.
Blanke Teile am Lok- und Tenderaufbau:

blanker Stahl: 
Griffstangen Tenderrückseite
Wasserstandsanzeiger Tender
Führerhaus-Dachstützen
Haltegriffe an Führerhaus-Seiten und – Vorderseite
Haltegriffe an Kessel
Bremsgestänge-Stellhebel über Umlauf
Die Haltegriffe an den Führerhaus-Aufstiegen an diesem Modell sind übrigens nicht blank, sondern auch in anthrazitgrau lackiert

blankes Messing:
Ventil auf Dom
Dachpfeife zum größten Teil
obere Laternen-Verschlüsse,  Rest der Laternenschwarz.

Blanke Teile Fahrwerk:
blanker Stahl
untere horizontale Bremsgestänge-Verbindungsstangen
Steuerung,  Treib- und Kuppelstangen, in der Nut mit schwarzer Farbe ausgelegt
Stange für Geschwindigkeitsmesser(?), könnte auch
ein Teil des Bremsgestänges sein
äußere Achslager mittlere Kuppelachse
Pufferteller und beweglicher Teil der Puffer, die
Pufferhülsen selbst sind schwarz
Radreifen

blankes Messing:
Injektor/Pumpe unter dem Führerhaus und dessen Verbindungsleitungen zum Tender, aber ab unter dem Tender sind diese Leitungen dann in Kupfer

Kupfer:
Senkrecht aus Führerhaus kommende Rohrleitungen zum Injektor/Pumpe unter dem Führerhaus

Besonderheit an diesem Modell ist, dass die Pufferbohlen schwarz und nicht rot sind, dafür aber die Seiten des Werkzeugkastens an der Tenderrückseite bräunlich rot sind wie Rahmen und Räder. 

Führerhaus innen: 
obere Hälfte der Führerhaus-Innenwände ist in einem bräunlich, gelblich, die untere Hälfte schwarz. 
ein dunkler brauner Holzbohlenboden ist im Führerhaus eingelegt 
Die Armaturen im Führerhaus sind überwiegend in blankem Stahl , teilweise Messing. Die nach unters Führerhaus verlaufenden Rohrleitungen sind in Kupfer. 
Die Lokomotiv-Beschriftung/-Beschilderung ist mit blanken Messing, Namensschild innerhalb des blanken Messingrahmens schwarz. Der erhabene messingfarbene Namenszug ist innerhalb des Messingrahmens ebenfalls mit einer hellen roten Linie eingerahmt, deren Ecken jedoch nach innen eingerundet sind. 
Die Linierung am F1-Modell ist einer dünnen, einzeln laufender hellen roten Linie ausgeführt und verläuft meistens in Rechteck-Form, die Ecken sind nicht abgerundet. Nur an den unter dem Dach nach hinten Spitz zulaufenden Führerhaus-Seitenwänden und an der Vorderseite des abgerundeten Rauchkammer-Sattels unter der Rauchkammertür verläuft die Linierung nicht nur gerade/rechtwinklig, sondern auch in den jeweiligen Konstruktionskanten entsprechender Form. Die Linierung ist an den Tender- und Führerhaus-Seiten, an den Führerhaus-Türen, auf den Sandkästen auf dem Umlauf und an den Seiten und Front des Rauchkammer-Sattels zu finden. Keine Linierung ist an der Tender-Rückseite, Führerhaus-Vorderseite, am Kessel und Rauchkammertür vorhanden. 
Wer die Beschreibung der Zylinder vermisst: Die württ.  F1 Bauart Klose hat keine sichtbaren, sondern innenliegende, nicht sichtbare Zylinder. Aber am ebenfalls noch existierenden 1:10-Modell der württ. AD sind die Zylinder, die mit der gleichen Farbe wie der Lok-Aufbau lackiert sind, mit der hellroten Zierlinie in Rechteck-Form versehen. Da dass Vorbild dieses württ. F1-Modells 1894 gebaut wurde und das Modell bereits 1906 dem Deutschen Museum gestiftet wurde, kann dieses 1:10-Modell nur innerhalb dieses Zeitraum entstanden sein

QUELLE NR. 4 1:10-MODELL DER WÜRTT. A
Historischer Quelle/Beleg Nr.4:
Es gibt ein 1:10-Modell der württ. 1 B Schlepptenderlok Gattung A (die fast identisch mit der württ. Ac ist) im selben Farbschema wie das eben beschriebene F1-Modell. Dieses Modell, bei dem jedoch der Tender fehlt, habe ich während eines Messebesuchs 1997 oder 1998 zufälligerweise im damals noch existierenden Jugendstil-Restaurant im Nürnberger Hbf entdeckt. 
Da ich damals ja schon jahrelang bezüglich der württ. Farbgebung recherchiert hatte und ich nach solchen 1:10-Modellen ‚fahndete’, schaute ich mir das Modell natürlich genau an und notierte mir Gattung und Farbschema. Da ich ja die württ. Ac genau kannte, auch vom damaligen Model - Loco Modell, war ich sehr überrascht, dass die Maschine am Führerhaus das Gattungszeichen ‚A’ trug, aber kein Wunder bei der Ähnlichkeit, die Ac (Baujahre 1889-1892/97) ist ja nur die Verbund-Version (c = compound = Verbund auf Deutsch) dieser A (Baujahre 1886-1888/91). Als ich das darauffolgende Jahr das Modell noch mal anschauen wollte, war das nicht mehr möglich wegen der begonnenen Total-Sanierung. Dazu wurde das gesamte Bahnhofs-Gebäude ausgeräumt und entkernt, ebenfalls natürlich die 1:10-Modelle, von denen in diesem Restaurant noch ein oder zwei weitere, jedoch bayerische Modelle, standen. Da diese alle als Leihgaben des Verkehrsmuseum Nürnberg gekennzeichnet waren, nahm ich, wieder zuhause, Verbindung mit dem, bereits als DB Museum bezeichneten Museum auf. Der Archivar konnte mir damals nichts genaueres dazu sagen, nur dass eine württ. Lok und zwei Wagen noch verpackt von einer Ausstellung derzeit im Archiv sind. Ich vermutete natürlich, dass diese Lok die württ. A sein müsste, womöglich hatte der Archivar  jedoch das jetzt bekannt gewordene, noch existierende Modell der württ. AD gemeint, siehe weiter unten. Ein Anruf letzter Woche, beim erst seit einigen Jahren dort tätigen Archivar, erbrachte, dass ihm das 1:10 der württ. A gänzlich unbekannt sei, er kenne nur das AD Modell in seinem Bestand. Das württ. A-Modell jedoch existiert, definitiv, Irrtum ausgeschlossen. 
Auch eine Verwechslung meinerseits mit dem AD Modell des DB Museum, eine 2’B mit dem charakteristischen, für deutsche Lokomotiven extremauffallenden Verbindungsrohr zwischen den Domen, ist ausgeschlossen, da ich seit 1988 ein H0-Modell der nahezu mit der AD baugleichen württ. ADh besitze. 
Ich kann nur hoffen, dass das 1:10 Modell der württ. A, nachdem der Nürnberger Archivar jetzt bestimmt fieberhaft in alten Archiv-, Inventar- und Leihgaben-Listen fahndet, bald irgendwo in den Archiven/Lagerräumen des DB Museums wiederauftaucht.  Dieses historisch wertvolle 1:10-Modell wird ja hoffentlich nicht beim Ausräumen des Nürnberger Hbf ‚vom Lastwagen gefallen’ sein und damit erst mal als verschollen gelten müssen. Sowohl das F1 als auch das A-Modell sind also zufälligerweise in der schwarzgrau/bräunlich roten Farbgebung lackiert, mit der dünnen einfachen hellroten Zierlinien am Aufbau, kaum sichtbar (wie bei den badischen Loks) und an 1:87 Modellen nur schwer nachmachbar.
Auf jeden Fall in diesem Farb-Spektrum, kein tiefschwarz. Aber auch kein zu helles grau wird es wohl gewesen, sondern so dunkel, dass die Maschinen damaligen Zeitzeugen (die wohl selten gleich mit der Farbkarte die Farbtöne bestimmt haben) ganz einfach als schwarz erschienen sind. Vor allem wenn man berücksichtigt, dass die Maschinen äußerlich oft schnell verdreckt , mit Ruß und ÖL verschmiert waren (siehe Bericht von Bennett 1901). Das jedoch vielleicht helloliv an den 1:10-Modellen  zu Schwarzgrau nachdunkelte, glaub ich allerdings nicht :-)

QUELLE NR. 5 1:10-MODELL DER WÜRTT. AD
Historischer Quelle/Beleg Nr.5:
Ebenfalls gibt ein drittes gesichtetes zeitgenössisches 1:10 Modell einer württ. AD , das Steffen auf einer Ausstellung in Stuttgart gesehen hat siehe Message 1561 http://de.groups.yahoo.com/group/LBF/message/1561 , ebenfalls in oben beschriebener Farbgebung. Dieses ist zur Zeit (September 2004) auch in Böblingen auf der Gäubahn-Ausstellung ausgestellt, drei Fotos des 1:10-Modells hat jemand hier in der LBF-Group abgelegt. Ein Anruf im DB Museum, ehemaliges Verkehrsmuseum, in Nürnberg beim Archivar, Joachim Breuninger, erbrachte, wie oben schon mal nebenbei erwähnt, dass dieses Modell zum DB Museum gehört. Über Entstehungsjahr, Hersteller des Modells, Herstellungsort und wann und von wem das Verkehrsmuseum das Modell erhalten hatte, konnte er mir aber leider nichts mitteilen. 

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(Die Bilder sind leider nicht so gut, da hinter Glas fotografiert werden musste. Anm. d. Webmasters)
Dass das 1:10-Modell der württ. AD ebenfalls im prinzipiell gleichen Farbschema wie die beiden anderen 1:10-Modelle der württ. F1 und  der A ist, halte ich für keinen unglaublichen Zufall.

EISENBAHNER-ROMAN VON 1934 ÜBER EINEN LOKFÜHRER DER K.W.ST.E.
Eher schon Sekundär-Quelle ist ein Zitat aus dem Roman von Anton Oberländer ‚Lokomotivführer Ranger, Auf Feuerrossen durchs Land’, Ostfildern 1979. Der Roman war erstmals 1934 unter dem Titel ‚Auf falsches Gleis geraten’ in der Zeitschrift ‚Deutscher Beamtenfreund’ erschienen. Vielen Dank hier noch mal an Aristoteles Held (der übrigens eine sehr schöne Homepage zum Thema Württembergische Staatsbahnen hat: http://www.hafenbahnhof.de/ ), der mir aus dem Buch, dass mir selbst nicht vorliegt, untenstehende Zitate und Informationen übermittelt hat. 
Speziell folgendes Zitat daraus, Seite 105/106, ist interessant:

‚Am Ende des ersten Jahrzehnts nach der Jahrhundertwende steigerte sich der Verkehr so lebhaft, dass sich die württembergische Eisenbahnverwaltung genötigt sah, neue, leistungsfähigere Lokomotiven in Auftrag zu geben. Sie unterschieden sich im Bau, der Form und Leistungsfähigkeit nach ganz gewaltig von den bisherigen Typen. Es waren Dreikuppler mit einem Drehgestell vorn und einem Laufrad hinten, unter dem Führerstand. Diese Maschinen hatten selbst bei höchster Geschwindigkeit einen ruhigen Gang. Das Äußere dieser Ungetüme war nicht mehr schwarz gehalten, sondern stahlblau. ...“

Beschrieben wird also eine 2’C’1-Lokomotive, also eine Pacific, die die württ. Eisenbahnverwaltung Ende des ersten Jahrzehnts nach 1900 in Auftrag gab. Gemeint kann nur die württ. C sein, die einzige jemals gebaute württ. Pacific, in Dienst gestellt bei der K.W.St.E. ab 1909, davon einige (oder viele) mit Glanzblech-Verkleidung an Kessel und Zylindern. 
An anderer Stelle des Roman wird auch noch mal deutlich, dass die Romanfigur ‚Lokführer Ranger’ bei der K.W.St.E. arbeitet, da er sich im Buch ausdrücklich bei eben dieser, wörtlich erwähnten Königlich Württ. Staatseisenbahn bewirbt und auch genommen wird. Der Roman soll übrigens über einen längerliegenden Zeitraum spielen, da während des Romans an anderer Stelle die Einführung von besonders trockenem Dampf erwähnt (Heißdampf) wird und die Handlung sich spannt bis zur Einführung der württ. K , also bis mindestens 1917. 
Es handelt sich zwar hier um einen Roman, aber aufgrund des Roman-Titels und der Tatsache, dass der Autor sogar scheinbar teilweise die Baureihen-Bezeichnung kennt( zum Beispiel wird in dem Roman auch ein beindruckender Sechskuppler beschrieben mit Bezeichnung ‚K 820’, eindeutig ist die württ. K gemeint. Wenn auch mit nicht ganz richtiger Betriebsnummer - nämlich 1801 - 1815 für die 1917-1919 gebauten K, vorgesehene Betriebsnummern 1816 - 18xx erst für die ab 1923 gebauten K’s, die dann wohl aber schon sicher mit den DRG - Nummern 59 0xx ausgeliefert wurden) ist zu erkennen, dass der Autor wohl zumindest sehr Eisenbahn-interessiert war und sehr gute Quellen hatte, wenn nicht sogar Insider-Kenntnisse ( vielleicht war er selbst bei der K.W.St.E. beschäftigt gewesen, vielleicht sogar als Lokführer?  Autobiografisch?). Da er wohl das Buch auch nicht mit fünfzehn Jahren geschrieben hat und vielleicht schon in der Kaiserzeit württ. Loks zumindest zu Gesicht bekommen hatte (also möglicherweise gleichzeitig Augenzeuge war), könnte das ein zusätzlicher Hinweis auf eine schwarze Farbgebung als sonst übliche Lackierung für württ. Loks sein, mit Stahlblau kann er fast nur die Glanzblech-Verkleidung der württ. C gemeint haben.

WÜRTT. C / BR 18.1 MIT UNLACKIERTER GLANZBLECH-VERKLEIDUNG BIS IN 30ER JAHREN BEI DEUTSCHEN REICHSBAHN UNTERWEGS ?
Fotos aus der Reichsbahnzeit auch aus den 1930iger Jahren legen übrigens nahe, dass einige württ. C (vielleicht auch noch andere Länderbahn-Baureihen) bis in die dreißiger Jahre ihre schöne Glanzblechverkleidungen behielten, trotz der Reichsbahn-Vorschrift ab spätestens 1929, dass ab sofort auch ehemalige Länderbahn-Loks bei fälligem Neuanstrich (ca. alle 4 Jahre) ebenfalls die hochglänzende tiefschwarze/feuerrote Lackierung im neuen DRG - Farbschema (1926 galt das im Prinzip nur für neugelieferte Einheitsloks) zu erhalten haben. 
Das ehemalige bayerische Flaggschiff, die S 3/6, wurde übrigens auch trotz anderer Vorschriften bis Baujahr 1930 noch ab Werk in grün geliefert. 
Als Fotos, die vermuten lassen, dass die abgebildeten ehem. württ. C, jetzt BR 18.1, eventuell noch Glanzblech-Verkleidung tragen, habe ich vom Sommer 1937 die 18 127 hinter der BR 38 490 laufend, diese wohl sicher schon in Reichsbahn schwarz/rot lackiert, daher gut zum Vergleichen, im Buch ‚Reichsbahn-Album’ S.405 gefunden, oder siehe auch S.50/51 in ‚150 Jahre Eisenbahn in Württemberg’ (Merker-Verlag) die 18 127 und 18 137, bei letzterer hebt sich z.B. auch die Rauchkammertür besonders stark im Farbton vom Kessel, ab. Kann natürlich auch nur ein Licht/Schatteneffekt auf dem sw - Foto sein. Vielleicht sollten sich auch mal andere die Fotos noch mal anschauen, und sagen, was sie meinen, wenn man sie mit den Fotos Glanzblech-verkleideter württ. C vor 1918 vergleichen Warum auch sollte man das unlackierte, schöne Glanzblech, vielleicht nicht nur dieser Lok-Gattung, in der Reichsbahnzeit überlackieren? Man sparte sich ja auch den Lack damit, das war ja auch einer der Hauptgründe, dass in der Länderbahnzeit nicht nur die aktuellen ‚Vorzeige’ - Schnellzugloks manchmal Glanzblech erhielten, sondern auch einfachere Maschinen wie Güterzugloks. Vielleicht war es auch ein kleines Stückchen Lokal-Patriotismus, z.B. in der Reichsbahndirektion Stuttgart, das Glanzblech des ehemaligen württ. Flaggschiffs, nämlich der C, nicht immer überzulackieren, sondern bei einigen Maschinen nur aufzupolieren, und nur den Rest der Maschine in den schwarz/roten Reichsbahnfarben neu zu lackieren. Wär' doch auch eine tolle Farbvariante für die Modellbahn-Industrie, eine Lok im Reichsbahn - Farbschema, aber mit stahlblau-gräulich schimmernden Kessel und Zylindern, oder?

MÖGLICHE WECHSEL IM IM WÜRTT. FARBGEBUNGS-SCHEMA?
Belege wie lange die württembergische Schwarzgrau/bräunlich-rote Farbgebung wohl Bestand hatte, gibt es momentan keine (aber erst auch recht nicht für einen Wechsel im betreffenden Zeitraum auf z.B. Grün ), aber ich nehme an, dass bis in den ersten Weltkrieg hinein. Im I. Weltkrieg hatte man wohl auch keine Veranlassung zum Wechsel des Farbschemas bezüglich der Aufbauten, vor allem in Hinblick auf diese für das Deutsche Reich verfügte Kriegs-Lackiervorschriften siehe LBF - Message 1882 http://de.groups.yahoo.com/group/LBF/message/1882, schon eher betreffend der Fahrwerke, falls man die Vorschrift von 1918 auch in Württemberg umgesetzt hat, also Fahrwerk komplett in schwarz. 
Ein Wechsel auf das olivbraune/ rotbraune Farbschema ähnlich wie in Preussen, nach dem ersten Weltkrieghalte ich dann aber für sehr wahrscheinlich, vor allem in Hinblick auf sw - Fotos von Anfang der zwanziger Jahre gelieferten Loks. Spätestens aber ab 1921, als Olivbraun für die Lokaufbauten, mit schwarzer Rauchkammer, und Rotbraun für das Fahrwerk für alle neugelieferten Lokomotiven für die Deutsche Reichsbahn vorgeschrieben wurde. 
Da Württemberg bekanntermaßen besonders eifrig darin war , die defizitäre württ. Staatsbahn an das Deutsche Reich loszuwerden, hat man vermutlich auch diese Vorschrift relativ bald umgesetzt. 
Zum Punkt, dass eventuell die Lokomotiven vor , sagen wir mal Mitte der 1890er Jahre grün gewesen sein sollten: 
Dieses rührt vielleicht auch daher, dass Wolfgang Diener in seinem oben erwähnten Buch, aus dem auch die Liefervorschrift von 1906 stammt, zur württembergischen Farbgebung schreibt, das die württ.  Loks bis ca. 1896 prinzipiell ein grünes Führerhaus und grünen Tender-Aufbau gehabt hätten, nur der Kessel wäre selbst alternativ grün oder schwarz. Wolfgang Diener schreibt aber überhaupt nicht dazu, woher das hat und nennt auch keine historische Quelle dazu, wie er das sonst in seinem hervorragenden Buch fast überall macht. Ohne historische Quellen-Angabe ist mit dieser Aussage zur Farbgebung bis 1896 aber überhaupt nichts anzufangen und kann sinnvollerweise auch nicht als Diskussions-Grundlage dienen, solange er dazu keine historischen Belege nachreicht. 
Vielleicht hat er auch speziell dazu keine und hat deswegen aus Unsicherheit über diese Aussage keine nähere Begründung gegeben. Da Wolfgang Diener hier aber dankenswerter Weise im LBF - Diskussionsforum mitliest, kann er vielleicht in dieser Diskussion die vergessenen Quellen-Angaben noch nachreichen oder vielleicht mitteilen, ob er sich, mangels irgendeines Belegs, doch nicht ganz so sicher mit der grünen Farbgebung war und ist. 
Weiter erwähnt er anschließend an selber Stelle auch zwei Lokomotiven, die ‚Pegasus’ und die ‚London’, die als Loks für die K.W.St.E. 1881 geliefert worden sein sollen, und zwar in Grün. Auch ohne jede Quellen-Angaben. Dazu hat mir ein Zufall weitergeholfen: 

SCHNEIDER-AUSSCHNEIDEBÖGEN ALS QUELLE?
Vom Baden-Württembergischen Landesmuseum habe ich Farbfotos von allen bei ihnen im Archiv verfügbaren Dampflok - Auschneidebögen der Firma Schneider aus Esslingen, die vor 1918 bei der Firma im Programm waren, zugesendet bekommen, nämlich von 3 verschieden Lokomotiven. 
Diese Ausschneide - Bögen dienen zwar nur eingeschränkt zu einer historischen Auswertung, aber man kann nicht ausschließen, dass auch manche Bögen relativ vorbildgerecht, vielleicht sogar mal zur Farbgebung sind, und somit doch gewisse Hinweise geben könnten.

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Die Bögen zur württ. C 2002.

 - Einer zeigt die württ. C, und die anderen zwei, siehe da, zufällig eine ‚Pegasus’ und eine ‚London’, beide Loks grün mit rotem Fahrwerk, so wie bei Diener erwähnt. Die eine, ein C-Kuppler mit dreiachsigem Tender, ist beschriftet mit „PEGASUS“, auf dem Tender mit N 29 h2(letzteres nicht genau auf den Fotos zu entziffern), auf einer bogenförmigen Radsatz-Abdeckung steht klein ‚Kessler Esslingen’. Dieser Ausschneide-Bogen war ab 1881 im Programm der Firma Schneider laut Landesmuseum. 
- Die zweite Schlepptender-Lok, Bauart mit Achsfolge Bauart B 1 oder 1 B. ( es gab keine KWSTSE - Lok dieser Achsfolge) mit 2-achs. Tender,  Tender sehr ähnlich dem württ. Typ XI, ist beschriftet: „LONDON“, No 100, Kessler (klein am Radlauf als Hersteller) . Dieser Schneider-Bogen war 1886 erschienen. 
Die Ausschneide - Bögen sollen wohl mit hoher Wahrscheinlichkeit von der Maschinenfabrik Esslingen (ME), ehemals Keßler, gelieferte Lokomotiven darstellen, die Firma Schneider war ja auch in Esslingen ansässig. 
Ein Vergleich mit der kompletten Lieferliste der ME ( siehe z.B. Messerschmidt: Lokomotiven aus Esslingen) und auch den Lokomotiv-Listen der K.W.St.E. (z.B. in Mühl/ Seidls Buch) erbrachten keine einzige württ. Lok, die je den Namen ‚Pegasus’ getragen hatte und eine ‚London’ wurde erst 1892 an die K.W.St.E. geliefert, aber von der Firma Cockerill, und zwar mit Achsfolge 1’B 1’. 
Die beiden auf den Ausschneide - Bögen gezeigte Loks zeigen zwar teilweise ähnliche Konstruktionsmerkmale, vor allem die ‚London’, wie Loks der K.W.St.E., aber man muss wissen, das die ME damals auch andere zahlreiche Bahngesellschaften in In- und Ausland mit zahlreichen Loks belieferte und diese natürlich oft konstruktive Ähnlichkeiten mit württ. Loks hatten. 
Aber auch unter diesen anderen durch die ME gelieferten Loks findet sich weder eine ‚London’ noch eine ‚Pegasus’. Eine ‚Pegasus’ taucht nur auf für Baujahr 1850, eine 1B-Maschine, geliefert für die Kurfürst-Friedr.-Willhelm-N.B., aber noch nicht vom Werk Esslingen, sondern vom ursprünglichen Werk Kesslers in Karlsruhe. 
Selbst wenn die Namen oder Bahnnummern auf den Bögen nicht stimmen sollten: Beide haben ein deutliches Merkmal, die es bei Loks der K.W.St.E. nicht gegeben hat: An den Führerhaus-Seitenwänden haben diese nicht nur die nach hinten offenen, nur durch Griffstangen begrenzte Ausschnitte, sondern beide Loks haben vor den Seitenausschnitten noch ein extra Seitenfenster. Das gab’s bei keiner württ. Schlepptender-Lok vor 1900. Auch die Fenster-Formen der vorderen Führerhaus-Fenster sind ganz untypisch für württ. Loks, sind nicht rechteckig, sondern schräg und gebogen. 
Wenn die beiden Loks doch wirklich von der ME gelieferte Loks, und diese vielleicht auch noch realistisch, darstellen, dann sind diese höchsten zu Forschungen zu anderen Bahngesellschaften interessant, aber definitiv nicht zu Forschungen über Aussehen von K.W.St.E. - Loks. 
Ich vermute, dass Wolfgang Diener diese Ausschneide - Bögen vorlagen, als er diese Loks erwähnte und vielleicht auch teilweise daraus den Schluss über grüne Farbgebung vor 1896 zog, oder dass er von jemand anderes die Information über grüne württ. Loks erhalten hatte, der sich selbst auf die Schneider - Bögen stützte. 
Für die Farbgebungen der württ. Loks vor den oben genannten Zeitzeugen-Belegen und 1:10-Modellen kann man wohl mit höherer Wahrscheinlichkeit schwarzgräuliche bzw. schwarze Farbtöne bis 1880, 1870 oder vielleicht noch weiter zurück annehmen als eine grüne für die Lokomotive-Aufbauten. Zwar ist die grüne Farbgebung, oder auch eine andere wie z.B. braun, hellgrau, blau usw., nicht ausgeschlossen, solang dafür aber kein einziger konkreter historischer Beleg auftaucht, ist die Wahrscheinlichkeit dafür eben geringer, die für schwarz (-grau) einfach höher. Denn zum prinzipiellen Farbschema-Wechsel brauchte es eine Entscheidung, brauchte es Gründe, für das lange Beibehalten eines Farbschemas einer damaligen Staatsbahn jedoch nicht. 

FARB-MODIFIKATIONEN IM FAHRWERKSBEREICH
Größere Modifikationen halte ich da schon eher im Fahrwerk-Bereich für möglich, da dafür wohl nicht unbedingt eine Grundsatz-Entscheidung der K.W.St.E. - Leitung nötig gewesen wäre (das wesentliche war wohl die Farbgebung der Lok-Aufbauten). Vielleicht waren ja vor ca. 1900 die Pufferbohlen  noch schwarz (siehe 1:10-Modell der württ. F1) und erst aus Sicherheitsgründen wurde dann auch für die Pufferbohlen die rötlich braune Farbgebung, wie bereits an Radsternen und Fahrwerksrahmen, eingeführt ( das früheste, farbig abgebildete, Pleuer - Gemälde im Kiesewetter - Buch, auf dem eine rote Pufferbohle eindeutig erkennbar ist, ist ‚Ausfahrender Zug’ von 1902 auf S.131). Vielleicht waren ja noch einiges früher auch Lok –und Tenderrahmen ebenfalls schwarz, oder auch die Räder. Zu diesem Punkt ist das früheste farbige Bild im Kiesewetter - Buch ‚Nordbahnhof im Schnee’ von 1899, S.113, auf dem zumindest die Räder als eindeutig rot zu erkennen sind. 
Oder dass im Laufe der Zeit, anders als an den drei beschriebenen 1:10-Modellen und in der Vorschrift von 1906 erwähnt, nicht mehr viele Teile im Fahrwerksbereich blank oder schwarz waren, sondern der bräunlich-rote Lack hier für fast alle Teile zur Anwendung kam. Oder dass im ersten Weltkrieg vielleicht kriegsbedingt das komplette Fahrwerk bei einigen oder vielen Loks ganz in Schwarz war. Im Fahrwerksbereich ist wohl vieles denkbar, auch ohne grundsätzlich verfügte Änderung des Anstrichschemas. 

DUNKLERE, SCHWÄRZERE LOKS 1880 UND FRÜHER ?
Interessant für die Frage des Farbschemas der Lok-Aufbauten, sagen wir vor 1900/1895, ist zum Beispiel auch ein Foto von um 1885, abgebildet in der Eisenbahn-Journal Sonderausgabe III/94 ‚Eisenbahnen in Stuttgart’ von Bernd M. Beck, S.21. 
Die für die damalige Zeit relativ gute Aufnahme zeigt die ‚Wetzlar’, württ. Klasse B, die einer anderen Maschine Vorspann leistet. 
Das Foto zeigt einen strahlenden Sonnentag, erkennbar auch an sehr starken Schattenwürfen links im Bild, und der Herr vorne im Bild trägt sogar zum Schutz einen Sonnenschirm. Obwohl das ganze Bild insgesamt sehr hell wirkt durch das gleißende Sonnenlicht, scheint die Aufnahme nicht überbelichtet zu sein (selbst wenn, ändert dass nicht an der nachstehenden Schlussfolgerung) , erkennbar durch die vielen scharfen Details im Bild. Doch die Lokomotiven, ungefähr in Bildmitte, nicht im Schatten, sondern voll im Sonnenlicht, scharf und detailliert erkennbar, erscheinen ganz dunkel, geradezu schwarz auf dem Foto, auch dass reflektierte Sonnenlicht scheint sich auf einer sehr dunklen Lok-Oberfläche zu spiegeln, und bilden damit einen äußerst starken Kontrast zur gesamten Umgebung. Falls die Loks damals nicht schwarz, sondern in einem anderen Farbton, z.B. grün gewesen sein sollten, dann müsste das ein extrem-extrem dunkles grün gewesen sein. 
Des weiteren interessant dazu folgende Fotos älterer württ. Lokomotiven   (teilweise gleiche Baureihenbezeichnung wie sie für spätere württ.  Baureihen noch mal vergeben wurden z.B. A, E, D usw.) , bei denen die Loks auf guten Ablieferungsfotos schon ziemlich sicher die endgültige, also die Betriebslackierung an den Aufbauten tragen. Erkennbar bei den jetzt aufgezählten Fotos daran, dass die Lok schon an den meisten Teilen glänzen und dass, vor allem auch am Führerhaus, meist eine sehr dunkler Farbton zu sehen ist. Lokomotiven, teilweise noch in Grundierung, würden wohl in der Regel viel matter erscheinen, und eine Grundierung ist in der Regel einiges heller, als auf folgenden Fotos: (alle Fotos in Mühl/ Seidels Buch zu finden) 
Bild 33: württ: D „Cannstatt“ Baujahr 1864 (im Foto mit Namenschild „Esslingen“ abgebildet). 
Bild 35: württ. E „Einkorn“ Baujahr 1863. Bild 36: württ. F „Schramberg“ Baujahr 1964 1.Ausführung. 
Bild 40: württ. B „Graz“ Baujahr 1869. 
Bild 42: württ. B Umbau „Teinach“ umgebaut 1883, hier in dem Fall zeigt das Bild ein Betriebsfoto nach dem Umbau, der Lack der Lokomotive macht jedoch noch einen relativ frischen Eindruck. 
Wenn man nun annimmt, dass auch weit vor 1900 das schwarz bis schwarzgraue Farbschema für württ. Loks schon gegolten hätte, dann war es wohl, den Fotos folgend eher dunkler, also vielleicht schon tiefschwarz, und meistens in glänzender Lackierung bis Hochglanz-Lackierung ausgeführt. 
Bei einigen der aufgezählten Fotos scheint jedoch der Kessel heller als der Rest der Lok. Das in diesen Fällen dieser nur grundiert ist, halte ich jedoch für ziemlich ausgeschlossen, wie oben schon gesagt, da glänzend. 
Einerseits könnte es sich nur um eine starke Lichtreflexion halten, oder wurde auch schon in den 1860er/1870er Glanzblech im Lokomotivbau verwendet? Meines Wissens nicht, aber andere können vielleicht mehr dazu sagen. Oder waren damals einige Kessel doch in einem anderen, helleren hochglänzenden Lack als Führerhaus und Tender lackiert? Oder gibt es vielleicht noch eine andere plausible Möglichkeit? 

NÄHERES ZU PLEUER
Während ich den Artikel schrieb, hab ich mir übrigens das ganz oben erwähnte Buch, mit zahlreichen farbigen Abbildungen, von Gabriele Kiesewetter über Hermann Pleuer zugelegt und studiert, dort hab ich dann auch das oben angeführte Zitat von Theodor Heuss gefunden.  Wie oben schon erwähnt, malte Pleuer ausschließlich in seinen Eisenbahn-Bildern württ. Lokomotiven und Wagen (bei den Wagen kann natürlich auch mal ein von einer anderen Bahngesellschaft nach Württemberg gelangter Wagen dabei sein). 
In diesem Buch wird ebenfalls deutlich, wie exakt Pleuer zuerst das reale Vorbild in Detail und wirklicher Farbgebung erfasste, um es von seinem wirklichen Aussehen ausgehend in mehreren Stufen, Pleuer malte dasselbe Motiv oft mehrere Male in verschiedenen Fassungen, auch als Farbstudien usw., um das Vorbild mehr oder weniger immer weiter in seinen Konturen zu verwischen, evtl. zu verbiegen, es in verschiedenem Licht zu reflektieren, die Farben zu verwischen, verfremden etc. 
Obwohl die Bilder natürlich nicht als eindeutiger historischer Beleg für eine Farbgebung verwendbar sind, eventuell nur für eine Verstärkung oder Abschwächung einer These verwendet werden könnten, habe ich einmal sowohl die These grün, als auch die These schwarz bzw. sehr dunkles Grau an den Bildern überprüft. 
Dazu habe ich nur farbige Bilder in dem Buch herangezogen, auf denen es hell genug zu sein scheint, dass Pleuer den Wagen eindeutiges Grün oder Braun zuordnete oder bei dunkleren Bildern zumindest farblich noch andeute. Die Nachtbilder habe ich natürlich ganz rausgelassen. Pleuer hat selbstverständlich das grüne und braune Farbschema sehr exakt dem Vorbild entsprechend angewandt, wo eine Wagen-Kategorie erkennbar ist, ist das passende Farbschema richtig zugeordnet. Das heißt, dass Pleuer rotbraune Eisenbahn-Fahrzeuge in der Regel auch rotbraun/braun malte bzw. andeutete und sehr wohl auch grüne Eisenbahnfahrzeuge meistens grün malte oder das grün zumindest andeutete. 
Mal grob gesagt: Zu 75% zeigen die in Frage kommenden Bilder die Loks in schwärzlich bis gräulicher Farbgebung, ca. 20% sind zu difuss, wenn ich jetzt noch eine 5%ige Wahrscheinlichkeit für grün nenne, ist das stark zugunsten der Farbgebung Grün übertrieben.  Ganz besonders deutlich wird eine von Pleuer meist angewandte schwarz bis schwarzgrau Farbgebung für Loks auf zwei Bildern im Buch:
S.143 ‚Abend - Stuttgarter Hauptbahnhof mit Blick auf die Einfahrtshallen’ von 1908. Während der Güterwagen im rechten Bild grün ist, die ca 5- 6m weiter links, auf gleicher Höhe fahrende Lok, ungefähr gleichweit vom Betrachter-Standpunkt entfernt, ist die Dampflok tief schwarz gemalt. 
S.85 ‚Die Kurve’ 1902. Das Bild zeigt bei Tageslicht einen Zug, gekrümmt in der Kurve, bei dem eine Lok nachschiebt, Entfernung zu Betrachterstand-Punkt bis zur Rückseite der nachschiebenden Lok ca. 50 - 60 Meter. 
Gemeinerweise hat Pleuer der Lok, bei der deutlich die rot - weiße Zugschlussleuchte an der Pufferbohle erkennbar ist, wieder nur schwarz spendiert. Dagegen ist der Wagen vor der Lok, obwohl weiter vom Betrachter entfernt, eindeutig grün. 
Da die württ. Wagen ja damals, wie man ebenfalls dem Bericht von H. Douglas Benett von 1901 entnehmen kann, für die Güterwagen Dunkelgrün und für die I. und II-Klasse-Personenwagen sogar dunkles Olivgrün aufwiesen, welches Grün sollte dann erst die dargestellte Lok aufweisen? 
Der nächste Wagen, noch weiter entfernt, ist übrigens dann schon braun. 
Wie gesagt aber, eben Gemälde, als eindeutiger Beweis für schwarz bis schwarzgrau Farbgebung der württ.  Lok-Aufbauten nicht zu verwenden. 
Wenn man also nicht behauptet, das zufälligerweise immer gerade die Dampfloks im Schatten oder so zum Betrachter-Standpunkt im Winkel gewandt waren, dass diese dann trotz einer anderen realen Farbgebung meistens in schwarzen bis grauen Farbe gemalt wurden, oder man nicht meint, dass Pleuer vielleicht nur aus irgendwelchen künstlerischen Gründen gerade die Lokomotiven meist schwarzgräulich darstellte, während die Wagen auch grün und braun spendiert bekamen, so sollte man, wenn man unbedingt weiter an einer grünen
Farbgebung für Lokomotiven festhalten will, tunlichst die Gemälde Pleuers nicht zu Rate ziehen und sogar die Heranziehung dieser in irgendeiner Form zur Farbdiskussion am besten ganz ablehnen, man würde nur enttäuscht werden. 
Ein farbig abgebildetes Pleuer - Gemälde in dem Kiesewetter - Buch ist auch noch in anderer Hinsicht interessant: 
Auf S.160 findet sich das Gemälde ‚Stuttgarter Hauptbahnhof mit „Kapelle“’ aus dem Jahre 1908. 
Vorne rechts im Bild befindet sich eine Lokomotive, schräg von vorn, deren Kessel seitlich von vorn bis hinten ans Führerhaus insgesamt bläulich erscheint, im Gegensatz zur Führerhaus-Vorderseite und einem sichtbaren großen Dom, beide insgesamt schwarz erscheinend, alles natürlich auch mit zusätzlichen farbigen Lichtreflexen. 
Das Tageslicht erscheint auf dem Bild relativ hell und heiter-sonnig, wenngleich auch der im blassen weißlichen Hellblau dargestellte Himmel zu ca. 2/3 mit weißen Wolken bedeckt ist.
Nun können die verschieden bläulichen Farbtöne auf der ganzen Länge des Kessels auch den sich widerspiegelnden Himmel darstellen. Aber die  verschiedenen blauen Farbtöne, die Pleuer gewählt hat, sind teilweise so kräftig und tiefblau, wie z.B. RAL 5015 Himmelblau (nein, ist nicht hell, weißlich und blass) oder RAL 5007 brilliantblau. Wollte Pleuer hier wirklich einen sich auf dunkler Fläche extrem stark widerspiegelnden Himmel darstellen? Warum sind diese starken blauen Lichtreflexe dann nicht auch ,zumindest seitlich, auf dem Kesseldom zu finden? Hier werden Lichtreflexe nur mit etwas weiß und im Wesentlichen mit Brauntönen dargestellt. 
Oder wollte der Maler am Kessel eine am realen Objekt eigentlich bläuliche Grundfläche darstellen, auf dem sich das Sonnenlicht widerspiegelt, da neben den bläulichen Farben auf dem Kessel sich weißliche und einige sehr starke gelbe (auch etwa RAL 1037 Sonnengelb) Rexflexe befinden. Der Lokkessel erscheint geradezu im Licht zu ‚glitzern und zu funkeln’. Hatte Pleuer hier etwa eine Lokomotive mit Glanzblech-Verkleidung am Kessel ‚vor die Linse bekommen’?
Den vorderen Führerhaus-Fenstern, dem einen auf dem Kessel erkennbaren, weit nach hinten gerückten großen Dom und vor allem der gut erkennbaren, geschwungen Stufe im Umlauf nach, die sich bei der dargestellten Lok bereits kurz hinter der Pufferbohle befindet, handelt es sich hier mitgroßer Wahrscheinlichkeit um eine württ. AD oder ADh. Da Pleuer auch dieses Bild mehrmals in verschieden Stufen und Ausführungen malte, gibt eine auf S.274 abgebildete Studie mit selbem Bildtitel zum Loktyp mehr Aufschluss.
Auf diesem Gemälde mit selben Motiv, das leider nur schwarz-weiß und kleiner im Buch abgebildet ist, und auf dem die Figuren noch nicht abgebildet sind, ist die Lokomotive ganz leicht zum Betrachter hin gedreht.

Hier kann man dann ganz genau den Zylinder, auf dieser Bildvariante komplett sichtbar, einer württ. AD der Baujahre 1899-1903, Betriebsnummern 441 - 500, identifizieren. Der untere, runde Teil des Zylinders ist von vorne etwas breiter als der obere, gerade Teil des Zylinders. Eine ADh oder auch eine AD der Baujahre 1903-1907 mit Betriebsnummern 1501 - 1538 scheiden wegen den anderen Formen der Zylinder und der Umläufe ziemlich sicher aus.

FAZIT/ MÖGLICHE UMSETZUNG INS MODELL:
Um mich nicht falsch zu verstehen, natürlich ist keine Farbgebung rein wissenschaftlich ausgeschlossen z.B. grün, braun , blau oder sogar auch rosa, selbst wenn kein Beleg für diese jemals auftauchen würden. Aber ohne historische Belege, bei denen die Farbe ausdrücklich genannt wird oder diese an einem historischen Sach-Zeugnis sichtbar ist, sind diese Farbgebungen rein spekulativ. Andersherum können auch noch 50 oder 100 historische Belege für eine im Prinzip dunkelgrau bis schwarze Farbgebung für Loks der K.W.St.E. auftauchen, rein wissenschaftlich würde daß niemals als 100%iger Beweis gelten. Aber natürlich ist eine Farbgebung für die Belege gibt, wenn auch wenige, natürlich viel wahrscheinlicher als eine, für die es keine gibt.
Da es aber genügend Käufer von Modellen württ. Loks gibt, die für ein möglichst vorbildgetreu detailliertes Modell, und dazu gehören die meisten württ. Modelle seit Erscheinen der württ. C in H0 sowohl von Roco als auch von Märklin im Jahre 1987, sich auch eine möglichst gut belegte und vorbildgetreue Farbgebung wünschen, sollten die Modellbaufirmen nun beginnen, entsprechend der aktuellen Quellenlage auch Lackierungsvarianten in der schwarzgrau/bräunlich-roten Farbgebung herauszubringen. 
Lackierungsvarianten müssten den meisten Firmen eigentlich immer willkommen sein. 
Es ist vielleicht nicht die absolute Mehrheit der Käufer von württ. Modellen, die auch auf eine vorbildgetreue Farbgebung wert legen, einem Teil ist das egal, andere werden auch an grün festhalten wollen, egal ob dafür noch historische Belege auftauchen oder nicht. Daher sollte es für diese natürlich passend zu den grünen Modellen der verschieden Firmen weiterhin entsprechende Varianten geben. Aber einem doch bedeutenden Teil der Käufer württ.  Loks ist es nicht egal, dass sieht man an der Diskussion seit 1987 von Anfang an, und diese flammt auch ständig in allen möglichen Foren wieder auf.  Diese Diskussion drängt sich auch dem nicht Interessierten meist von allein auf, da wenn er Modelle z.B. allein schon in H0 von verschiedenen Herstellern kauft, hat er eine kaum zu glaubende Palette an Grüntönen: Dunkeloliv, hellgrasgrün, helloliv, froschgrün, graugrün, blaugrün usw., kein Modell passt nur einigermaßen zum anderen. Dazu noch die Märklin württ. C mit hellblauen Kessel und blaugrauen Führerhaus/Tender. Da vielen gar nicht bewußt ist, daß diese im Prinzip ein Lok mit Glanzblech-Verkleidung darstellen sollte und dieses von Märklin auch nicht sonderlich groß kommuniziert wurde, erhöhte dieses Modell die Verwirrung noch mehr, obwohl es in seiner Farbgebung im Prinzip in die Richtige Richtung ging . Auch im Fahrwerksbereich variiert hell bis dunkelrot/braunrot, viele haben sicherlich auch mal ein Foto der württ. C von Dingler in Spur 0 gesehen, bei dieser waren dann die Räder sogar schwarz. 
Wie gesagt, kaum eine württ. Lok-Modell eines Hersteller passt zum Modell eines anderen, oft nicht mal entfernt. 
Natürlich gäbe es neben den Käufern, die eine weitgehend belegte Lackierungsversion, in dem Fall die Schwarzgraue, kaufen würden, genügend Käufer aus der Gruppe, wie oben angesprochen, denen eine vorbildgetreue Farbgebung egal ist, die auch die schwarzgraue Version kaufen würden, solange die Loks ebenfalls schön aussehen. Wer die erhaltenen württ. 1:10-Modelle mal gesehen hat, würde kaum zweifeln, dass wenn deren typische und schöne Farbgebung entsprechend an heutigen Modell umgesetzt wird, diese genügend Käufer finden würde. Ganz zu schweigen, wenn man kombiniert mit dieser Farbgebung von einigen Baureihen auch noch die Exemplare mit Glanzblech-Verkleidung an Kessel und Zylindern als weitere Variante herausbringen würde. 
Wie könnten nun die oben beschriebenen Vorbild-Informationen in eine typisch württembergische ins Modell umgesetzt werden? 
Ich würde mich da für württ. Modelle, deren Vorbilder eine Version zeigen zwischen den 1890er und, sagen wir, bis Anfang des ersten Weltkriegs 1914/bis in den ersten Weltkrieg hinein, an dem 1:10-Modell der württ. F1 Bauart Klose bezüglich der Farbtöne orientieren. Die württ. A und AD zeigen ja beide im Prinzip, vor allem auch ganz typisch im Fahrwerksbereich, dasselbe Farbschema wie die F1, nur daß an der AD und A vermutlich noch niemand die Farben mit Farbkarte verglichen hat. 
Natürlich kann jeder die Farben je nach Meinung heller oder dunkler, matter oder glänzender variieren, ich versuch nur mal ein mögliches typisches Aussehen für den genannten Zeitraum eingermaßen einzugrenzen: 

Den Lok/Tender-Aufbau in seidenmatten bis matten Schwarzgrau RAL 7021 bis z.B. zum helleren Anthrazitgrau RAL 7016.

Fürs Fahrwerk (eigentlich ja nur Radsterne, Rahmen und zumindest spätestens ab 1900 auch die Pufferbohle) eine Mischung aus Oxidrot RAL 3009 mit z.B. Tomatenrot 3013 im Verhältnis 3:1 oder 2:1, je nachdem. 

Allein ohne Berücksichtung weiterer württ. Feinheiten hätte man jetzt ein Aussehen der Modelle, dass sich ganz prägnant, nicht nur wegen der anderen Beschilderung, von Deutschen Reichsbahn und Deutschen Bundesbahn-Dampfloks in ihrem tiefschwarz/ feuerroten-hellroten Farbschema unterscheidet, nicht erst bei näherem Hinsehen, sondern schon vom weiten. Selbst für Nicht-Farbgebungsspezialisten. Einfach mal, wer die Möglichkeit hat, die entsprechenden RAL-Karten jeweils nebeneinander halten. Jeder Hersteller, der dann noch im Fahrwerksbereich das ganz typische und württembergische Merkmal( siehe neben den 1:10-Modellen auch die K.W.St.E. - Vorschrift von 1906) umsetzt, dass alle übrigen Teile am Fahrwerk ,außer den bräunlich roten Rasternen und Rahmen, blank oder schwarz gestrichen zu sein haben, kann hier ganz elegant und unverwechselbar aussehende Modelle realisieren. 
Auch zu den heutigen Modellen der Großherzoglich badischen Staatsbahn, z.B. von Lemaco, Micro-Metakit und Liliput, in ihren supereleganten schwarz/rotbraunen Lackierungen, ist der Unterschied noch deutlich, da die badischen Maschinen schon fast tiefschwarz sind, schwarzgrau bis anthrazitgrau für die württ. Loks wirken dagegen viel heller und grauer.  Außerdem sind bei den Badenern nur die Radsterne braunrot, der Rest des Fahrwerks ist komplett schwarz lackiert, nur wenige blanke Teile, auch hier ein deutlicher Unterschied zur außergewöhnlichen württ.  Fahrwerksfarbgebung. 
Der Groß- oder Kleinserien-Hersteller, der sich dann auch noch traut, die ganz dezente württ. helle rote Linierung umzusetzen, würde einen württ. Modell in oben beschriebener Farbgebung natürlich noch das i-Tüpfelchen aufsetzen. Da aber schon am Vorbild wohl schwer zu erkennen, auch auf den s/w-Ablieferungsfotos von württ. Loks in Betriebslackierung fast nie auszumachen, kann man diese hauchdünne Linierung auch weglassen, ohne dass damit ein Modell nicht mehr vorbildgetreu wirken würde. Falls man diese aber trotzdem umsetzen will, dann wirklich, schon in H0, nur Pinselhaar-dünn. Man kann auch mit einer solch dünnen Linierung eine tolle Wirkung erzielen. Wer z.B. das Lemaco H0-Modell der badischen Atlantic-Lokomtive Gattung IId kennt, dem ist sicher aufgefallen, daß bei schlechteren Licht und auf Fotos des Modells die Linierung kaum wahrnehmbarist, bei guten Tageslicht aber dem Modell eine unglaublich elegantes Aussehen geben. So muss man sich dass wohl auch beim Vorbild vorstellen. 
Mit einer übertrieben dicken, aufdringlichen Umsetzung würde man wohl aber niemand einen Gefallen tun, dann besser ganz ohne Linierung. 
Ganz zu schweigen, wie toll wohl das beschriebene Farbschema an Lokmodellen aussehen würde, bei den an Kessel und Zylindern noch, einigermaßen vorbildgetreu aussehend, das Glanzblech nachgebildet würde, ob jetzt mit Linierung oder ohne. 


STICHWORT GLANZBLECH: 
Taucht auch unter dem Begriff Russisches Glanzblech oder auch Blaublech oder Blauglanzblech auf. Dazu das Stahllexikon:
Blaublech (Blauglanzblech) 
„Kaltgewalztes Feinblech in Tafeln oder Rollen (Coils) mit einer fest haftenden Eisenoxidschicht, die durch Glühen in oxidierender Atmosphäre bei 800 bis 900 °C entsteht. Die Oxidschicht bewirkt durch ihr dunkelblaues Aussehen einen besonderen optischen Effekt, stellt einen begrenzten Korrosionsschutz dar, schützt vor Beschädigungen der Oberfläche und kann als Haftgrund für Lackierungen dienen. Die technologischen Eigenschaften und die Umformbarkeit der Blaubleche entsprechen den Grundwerkstoffen. Einsatzgebiete: Auskleidung von Heizaggregaten, Maschinenverkleidungen, Ofenrohre, Backofenauskleidungen, Backformen und -bleche“ 
Das bei Lokomotiven verwendete Glanzblech wurde auch noch mit einem speziellen Öl eingestrichen, wie ich schon an mehreren Stellen gelesen habe. Gefunden habe ich jetzt momentan keine, nur von Bernd Beck hier im LBF - Forum folgender Satz: 

„Das Glanzblech wurde durch Erhitzen des eingeölten Bleches hergestellt, es entstanden die heute so genannten Anlassfarben, also ein dunkles, leicht metallisch glänzendes Blaugrau.“ 

Da nicht jeder Lokomotivhersteller zu jeder Zeit auf exakt gleiche Weise hergestelltes Glanzblech verwendete, kann man annehmen, daß das Aussehen des Glanzblechs selbst, mal abgesehen von den stark verändernden äußeren Lichtverhältnisse, in einem gewissen Spektrum variierte. Aber nur in einem gewissen, bestimmt nicht beliebig. Prinzipiell lässt sich das Grundspektrum wohl auf ein stark schimmerndes, reflektierendes metallisches Aussehen eingrenzen, in dem eine bestimmte Bandbreite von gräulichen und bläulichen Farbtönen enthalten waren, auch das Hell-/Dunkel-Spektrum war bestimmt schon, je nach Produktionsart, in die eine oder andere Richtung etwas verschoben. 
Hier mal nur zwei zeitgenössische Aussagen als Beispiel für das verschieden wirkende Erscheinen des Glanzblechs: 

Zitat aus einer LBF-Message (http://de.groups.yahoo.com/group/LBF/message/1659 ) hier von Rainer Spohr: 

‚ ...  die deutschen haben zwei Fachleute nach USA geschickt, die diese Glanzbleche auch begutachtet haben und darüber berichtet haben. Es waren dies die Herren Büte und von Borries. Veröffentlicht 1892 in: DIE NORDAMERIKANISCHEN EISENBAHNEN IN TECHN. BEZIEHUNG -Zitat:“...die (Lokkessel) Bekleidung wird stets aus sogenanntem russischen blech... welches eine bläuliche, blanke, gegen rost schützende Oberfläche hat ... und keinen anstrich erhält..“(Seite 46.ff).

’ Ludwig Freiherr von Welser (1876 - 1958), zuerst Ingenieur bei Krauss, ab 1907 bei Maffei, zuletzt Firmenarchivar bei Krauss-Maffei, schreibt zur Farbgebung der S 2/6 bei ihrer Auslieferung 1906, siehe Bayern-Report Band No 9 des Eisenbahn-Journal (erschienen im Merker Verlag http://www.merker-verlag.de  ) Seite 35: „... .Schließlich war die ganze vertikale Vorderfläche an Zylindern und Schiebern durch ein großes, auf den Rahmen aufgesetztes, an die Niederdruckzylinder anschließendes, schräg nach oben führendes, gewölbtes Deckblech abgeschlossen, ... . Im neuen Zustand der Maschine war dieses Abdeckblech blank geschliffen, die Verkleidung des Langkessels aus grauem Glanzblech mit blanken Ziehbändern umgürtet. Die leider etwas zu wenig ausladende Kaminkrone, Fensterrahmen und die Deckel der Niederdruckzylinder-Verkleidung waren ebenfalls blank gehalten. ...“.

Glanzblech fand im europäischen Lokomotiv-Bau nach meiner Information ab den 1880er Jahren Verbreitung, vielleicht sogar schon früher und wurde bei vielen Bahngesellschaften verwendet. 
Neugeliefert wurden Lokomotiven mit Glanzblech-Verkleidung mindestens bis in die zwanziger Jahre, vielleicht auch in Deutschland, z.B. bei der schweizer SBB bis mindestens 1928, hier wieder aus einer LBF-Message, bezüglich Farbüberlegungen der DRG, von Rainer Spohr(http://de.groups.yahoo.com/group/LBF/message/1660 ):

‚ ...----beratung des Ausschusses für Lokomotiven ...9/10/11. mai 1928 in Ulm ergab: „...berichte über Lokanstriche... Vertreter der Schweizer Bundesbahnen ... alle Lokomotiven ab Herstellerwerk in der Schweiz sind mit Hochglanzblechen ausgerüstet .. Kessel, Zylinderbleche, bis heute ... sehen tipptopp aus ... sind leicht zu pflegen, nur mit Öllappen abzureiben.. anschließende Diskussion...und ein Beschluß: der Lokomotiv - Ausschuß einmütig der Auffassung, dass weitere versuche mit Hochglanzblechen...weil aus wirtschaftlichen Gründen nicht vertretbar.. nicht empfohlen werden können...“ ...’

Ein schönes Beispiel wie Glanzblech zum Beispiel im Modell umgesetzt werden könnte, zeigt dieses H0-Modell von GBModell, eine C3T der Gotthardbahn http://www.lbforum.com/images/H0_G.B.Modell_Gotthardbahn_C3T.jpg . Wenn man sich jetzt noch das Modell mit bräunlich roten Rahmen, Radsternen und Pufferbohle vorstellt, könnte so schön ungefähr ein württ. Lok mit Glanzblechverkleidung aussehen. 
Das Modell habe ich schon öfters angeführt aus zwei Gründen: 
- Erstens hat Herr Gohl laut eigener Mitteilung eigens bei der Restaurierung einer Schweizer Museumslokomotive mit Original-Glanzblech zugeschaut, um die Farbgebung/die Farbeindrücke des original wiederhergestellten, unlackierten Glanzblechs möglichst genau zu dokumentieren und dann im Modell in einen speziellen Verfahren möglichst vorbildgetreu zu imitieren 
- Zweitens: von genau diesem Modell, auf dem Foto in gutem und hellen Licht, habe ich glücklicherweise noch ein anderes Farbfoto in einem GB Modell-Prospekt. Auf dem Foto sieht das Modell auf den ersten Blick komplett schwarz aus, erst bei genaueren Hinsehen ist zu erkennen, dass es das gleiche Modell ist mit der Glanzblech-Imitierung. Da auf dem Foto aber das Modell aus einem anderen Winkel, von schräg vorn, aufgenommen ist und schlecht ausgeleuchtet ist, oder das Foto unterbelichtet ist, wirkt das ‚Glanzblech’ fast schwarz. 
Das Modell zeigt also die gleichen typischen Merkmale wie Glanzblech beim Vorbild: 
Verschiedene Betrachter beschreiben Glanzblech in einem ganzen Spektrum, da selbst bei der gleichen Lokomotive die Lichtverhältnisse für das Erscheinen des hochreflektierenden Blechs eine entscheidende Rolle spielen. Bei dunkel bewölkten Himmel wird man das Glanzblech einer Lokomotive sicherlich anders beschreiben als bei strahlendem Sonnenschein, ebenfalls spielt natürlich die Entfernung und der Winkel zur Lokomotive noch eine zusätzlich Rolle. 
Bei Fotografien spielen dann noch zusätzlich die fotografischen Belichtungsverhältnisse eine große Rolle bei der Frage, wie hell oder wie dunkel man das Glanzblech einschätzt. 

Fotos von Glanzblechen
(nachträglich in den Beitrag eingefügt)

glanzblech_vinzau_rigi_bahn.jpg (64632 Byte)- ein Foto der Vinzau-Rigi-Bahn Zahnradlok, laut Herrn Gohl trägt diese heutzutage ganz sicher noch Original-Glanzblech, einer der ganz wenigen Museumsmaschinen. Das Glanzblech ist hier blau und eher dunkel, er hat noch ein Foto der Lok im Lokschuppen, dort wirkt es ganz hellblau.

nob_a_2_4_modell.jpg (97465 Byte)- ein Foto eines historischen ca 1:5-Modell der Schweizer Nord-Ost-Bahn NOB, eine A 2/4. Dieses Modell trägt nach Herrn Gohl ebenfalls ganz sicher am Kessel original Glanzblech.



ofenbau_glanzblech.jpg (27120 Byte)- ein Foto eines Stück heutigen, handelsüblichen Blaublechs ( = gebläutes Blech = Glanzblech), wird in der Schweiz oft im Ofenbau (Schwedenöfen) verwendet. Das Fotos hat er in einem Zimmer gemacht, es wirkt ganz in Stahlfarben und gräulich, kein bisschen bläulich. Er sagte, wenn er raus ans Sonnenlicht damit geht, dann 'läuft' es ganz kräftig blau an! Es sieht dann aus wie an der Vinzau-Rigi-Bahn Lok oder der A 2/4. So stark sind die Lichteinflüsse auf das Aussehen. Gut zu erkennen ist auch, wie stark sich die Gegenstände, die neben dem Rohr liegen sich drin spiegeln. Also nicht nur das Himmelslicht spielt eine Rolle, sondern auch die nähere Umgebung zur Lok.
ganzblech.jpg (14011 Byte)Das Original-Glanzblech der Lok, das auf dem Freiluft-Foto eher tiefblau und dunkler wirkt, sieht hier ganz hell aus.

 

 

Ein gutes Beispiel ist die badische IVg, in Wolfgang Dieners Buch mit einem relativ guten s/w-Foto von der Seite abgebildet. Das Foto ist nicht überbelichtet, erkennbar dass das schwarz lackierte Führerhaus auch auf dem Foto als tief schwarz erscheint, schön ist die Glanzblech-Verkleidung am Kessel zu erkennen: Relativ hell wirkend, sicherlich nicht im Original dunkelblau oder schwärzlich, sonst wäre der Kontrast vom schwarzen Führerhaus zum Kessel nicht so groß. 
Auf einem anderen Foto der IVg siehe http://www.diehugs.de/Vorbild/Lokomotiven/Regelspurlokomotiven/Gatt__I_bis_V/gatt__i_bis_v.html , hier auf Wolfgang Hug’s hervorragender Homepage über die ‚Badische Eisenbahn’ abgebildet, schräg von vorne, sieht der Kessel einiges dunkler aus, hätte man nur diese Aufnahme, würde man das Glanzblech in dem Fall wohl mit einem dunkleren Farbton nachbilden. 
Nicht jeder Groß- oder Kleinserienhersteller könnte/wollte wohl den gleichen Aufwand betreiben , wie Herr Gohl es an seinem, meiner Meinung nach sehr plausibel wirkenden Modell getan hat. Scheinbar hat er wohl außer einer Mixtur von mehreren metallisch Farben am Ende noch einen Hauch von Perlmut über das Modell gezogen, was sicher gut den Umstand wieder gibt, dass außer hellem und dunklerem Licht das Glanzblech sicherlich zusätzlich noch stark die Farbtöne seiner Umgebung reflektiert hat.
Wenn sich ein Hersteller dann der Einfachheit wegen nur auf einen einzigen Farbton zur Glanzblech-Imitation festlegen würde ( sollte dann aber zumindest hochglänzend sein), so sollte man vielleicht nicht an die äußersten Ränder eines Erscheinungsspektrums damit gehen. Also, auch wenn man meint, dass eine Lok ein insgesamt eher heller Glanzblech hatte, dann nicht gerade hellblau oder hellgrau. Oder wenn man aus guten Aufnahmen meint, dass das Glanzblech einer Lok eher zu einem dunkleren Spektrum tendiert, trotzdem nicht gerade ein ganz dunkles Blau. 
Wer mehr zum Aussehen von Glanzblech wissen will, könnte dazu ja noch mal Herrn Gohl kontaktieren oder, wenn eine Modellbahn-Firma großen Wert auf eine gut recherchierte Farbgebung für Modelle von Glanzblech-Lokomotiven legt, sollte sie am besten einen festen oder freien Mitarbeiter mal in Schweiz schicken, wo es noch die eine oder andere Museumsmaschine mit Original-Glanzblech gibt. 
Super: gerade gesehen, Herr Gohl hat vor ein paar Tagen einen eigenen Link ‚Blaublech-Umbauten’  eingefügt, bei dem zwei Fotos zu finden sind, einmal eine 1 C -Lok, und eine 2’C, beide Modelle mit Glanzblech-Imitation. So schön könnte z.B. eine württ. C im Modell auch aussehen. 
Prinzipiell waren ja an Lokomotiven mit Glanzblech der Langkessel und Zylinder verkleidet. Abweichungen gab es aber im Detail. 
Bei vielen Bahngesellschaften waren die Rauchkammern nicht verkleidet, sondern schwarz lackiert, in dem Fall wohl auch meistens der Rauchkammersattel. 
Bei den württ. Maschinen mit Glanzblech waren wohl in der Regel auch die Rauchkammern seitlich in Glanzblech verkleidet, wie z.B. die guten Aufnahmen der württ. C ‚2007’ deutlich zeigen, in dem Fall wird wahrscheinlich auch der Rauchkammersattel, praktisch die optische Verbindung zu den Zylindern, ebenfalls Glanzblech verkleidet gewesen sein. 
Rauchkammertüren? 
Auf den Fotos der württ. C ‚2001’ und ‚2007’ (bitte keine Aufnahmen der oft fotografierten ‚2041’ mit Fabriknummer 4000 der ME in dem Fall heranziehen, diese Maschine ist erst 1921 gebaut worden, hier muss man erst mal versuchen ob die Maschine überhaupt noch Glanzblech an Kessel und Zylinder erhalten hat und dazu eine passende Hochglanzlackierung an Führerhaus, Umlauf und Tender, oder ob die Maschine nicht eine komplette Hochglanz-Lackierung erhalten hatte, z.B. im neuen Reichsbahn - braunoliv) ist auch gut zu erkennen, dass die Maschinen dunklere, lackierte Kesselbänder haben. Glanzblech-Lokomotiven gab es andernorts auch mit blanken Kesselbändern ( messing- oder silberfarben?), oder vielleicht auch ebenfalls mit Kesselbändern aus Glanzblech, was das Foto der württ. AD ‚500’ nahe legen würde (falls wirklich hohe Wahrscheinlichkeit für Glanzblech-Version). 
Die Dome waren bei der württ. C gut erkennbar auch in Glanzblech, Schornsteine wohl nie, außer bis zum Schornsteinfuß, siehe wieder Foto der AD ‚500’. 
Auffallend bei der C ist, deutlich auf den Fotos der ‚2001’ und ‚2007’ erkennbar, dass das seitliche, vordere Abschlussblech der Stehkesselverkleidung lackiert ist, also wie Führerhaus und Tender. 
Also bitte, bitte, liebe Modellbahnindustrie: Bitte wie oben beschrieben endlich auch mal Lackierungsvarianten im schwarzgrau-rötlichbraun Farbschema herausbringen, damit mit sich K.W.StE. - Fans, die Modelle in einem möglichst gut belegten Farbschema haben wollen, dass Umlackieren in Zukunft erspart bleibt. 
Dazu schlage ich vor, erst einmal Sonderserien der bisher schon existierenden württ. Modelle in diesem Farbschema herauszubringen und bei zukünftigen Neuentwicklungen gleich diese Version als erstes zu realisieren für die, die s möglichst vorbildgetreu haben wollen. Auch die, für die eine belegte Farbgebung sowieso keine Rolle spielt, werden sich diese Version wohl meistens gleich zulegen. Und für die, die es unbedingt weiterhin Grün auch vor 1918/21 sein soll, selbst wenn auch in Zukunft dafür kein Beleg auftauchen sollte, soll es natürlich dann eine grüne Sonderserie geben.
Auch für die Baden-Fans, die wie für die älteren Liliput-Modelle, weiterhin unbedingt badische Loks mit komplett blauen Aufbauten haben wollen, gibt es von jedem aktuellen bad. Modell auch heutzutage noch eine blaue Variante. Als Hauptversion gibt es natürlich immer die elegante schwarz/rotbraune Version, die sich Dank den Forschungen Wolfgang Hugs durchgesetzt hat.
Der eine oder andere Hersteller kann ja dann bei den neuen württ. Versionen, wie dass bei anderen Modellen ja auch manchmal passiert, den Hinweis hinzufügen, dass diese Farbgebung ‚neue Erkenntnisse’ ergeben hätten.  Man muss ja nicht unbedingt bei den bisherigen Versionen hinzufügen, dass man keine eindeutigen Belege dafür hat, sondern die kann es ja kommentarlos weitergeben, wie gesagt, keine Farbgebung ist rein wissenschaftlich ausgeschlossen, und erlaubt ist was gefällt. Auch hab ich noch nicht gehört, dass Mitarbeiter von Modellbahnfirmen von den Kunden geköpft wurden, weil man das Farbschema für eine Bahngesellschaft in einer bestimmten Epoche geändert hatte, weder bei Liliput noch bei anderen Firmen. Ein neues Farbschema nach aktuellen handfesten Erkenntnissen, wenn einigermaßen sorgfältig umgesetzt, setzt sich immer durch. Und bitte nicht Varianten einiger württ. Baureihen mit Glanzblech-Verkleidung vergessen! Gut umgesetzt, werden diese sicher auch dankbar angenommen. 
Damit alle Modellbahnhersteller, die württ. Loks im Programm haben, gleich auf dem aktuellen Stand bezüglich der historischen Quellenlage sind, bekommen diese umgehend auch eine Kopie dieses Beitrags per Mail.
Und natürlich auch einige Eisenbahn-Museen, falls diese mal doch ein württ. Lokomotive restaurieren müssen.
Schöne Grüße an alle, die bis hierher mitgelesen haben

 

Dirk Wenzel