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Gedeckter Güterwagen Gm der K.Sächs.Sts.E.B.

Idee: Nils
Umsetzung: Nils (Mail an: merman bei arcor.de)

Um ein richtiger Frokler zu werden, habe ich auch mal einen Güterwagen umgebaut :-)
Aber Vorsicht: Die Nietenzahl ist nicht korrekt!

Das Vorbild

1897/98 lieferte die Aktiengesellschaft zur Fabrikation von Eisenbahnmaterial zu Görlitz 115 gedeckte Güterwagen G3 (ungebremst) an die K.Sächs.Sts.E.B.
Die Wagen ähnelten den zeitgleich beschafften Preussen nach Musterblatt IId8.

Ich folge in etwa dem Vorbildfoto vom Wagen (Gm) 14483 der K.Sächs.Sts.E.B. , geliefert 1898.
Folgende drei Fotos derartiger Wagen in grauem Anstrich dienten als Inspiration:
Werkfoto Görlitz (Bild 1) in: 125 Jahre Schienenfahrzeuge aus Görlitz und retuschiert im Güterwagenarchiv Bd. 1
Werkfoto Gotha in: Anschriften und Bezeichnung von Güterwagen, identisch in Die sächsischen Staatseisenbahnen (und wenn ich mich recht entsinne im Carstens)
Werkfoto (?) in: Güterwagen-Archiv 1

Die letzten beiden zeigen eine Ausführung mit Bremserhaus.

Vorbildfoto
Bild 1: Das Vorbild auf einem Werkfoto von 1898 –
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Das Modell

Dr. Sigurd Hufnagel beschrieb schon im Eisenbahnjournal 1/1991 den Bau eines G-Wagen sächsischer Bauart. Dieser Artikel hat mich zum vorliegenden Umbau inspiriert. Allerdings verwendet er als Ausgangspunkt einen Rocowagen und als Fahrgestell einen Windbergabteilwagen C sa 95/32 von Piko (alt). Ein Blick in die Skizze zeigt aber passende Abmessungen zum gedeckten Güterwagen von Piko, der jahrzehntelang hergestellt wurde und an jeder Ecke (gebraucht) zu bekommen ist. Die Stangenpuffer gab es wohl nur bei der KPEV, K.Sächs.Sts.E.B. und SJ-Version. Die Version mit anderen Puffern gibt es in jeder denkbaren bunten Version.

fertiges Modell
Bild 2: Nachher: Fertiges Modell (s.a. Bild 11).

Vorbildfoto
Bild 3: Vorher: Das Modell vor Beginn des Umbaus.
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Der Umbau

Zerlegung des Modells

Das Untergestell ist mit dem Wagenkasten nur durch zwei Steckverbindungen verbunden.
Mit sanftem Druck kann man den Wagenkasten nach oben abziehen. Es gibt keine Rastnasen, ein Spreizen des Gehäuse bringt nichts.

Auf dem Gebrauchtmarkt sind aber auch verkleisterte Exemplare des Wagens zu finden. Beim Kauf sollte man mal einen Blick auf den Spalt zwischen Langträger und Wagenkasten werfen.

Zerlegung des Modells
Bild 4: Zerlegung des Modells –
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Veränderungen am Wagenkasten

Zuerst werden angespritzte Details entfernt. Dazu druckt man das Vorbildfoto (Bild 1) aus und legt es auf den Arbeitsplatz :-)
Im einzelnen betrifft das: Dann muss man natürlich die Bretterfugen nachritzen.

An den Stirnseiten habe ich alle Trittstufen und Dreieckbleche entfernt. Ein Vorbildfoto habe ich leider nicht.
Aus T-Profilen von Krick (1x1mm) entstehen L-Profile. Dazu werden die halben oberen Querbalken des T entfernt, Typografen nennen das sicher anders ...
Diese werden nun nach Vorbild aufgeklebt: Zwei Exemplare pro Wagenseite als Eckverstärkung und zwei als Türunterteilung.

Wagenkasten mit entfernten Details
Bild 5: Wagenkasten nach Entfernung überzähliger Details (die Dreieckbleche unten müssen noch ab)
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Stirnseite mit entfernten Details
Bild 6: Stirnseite mit entfernten Details.

aufzuklebende Leisten
Bild 7: An den grünen Stellen werden L-Profile aufgeklebt. Die jeweilige Ausrichtung ist darunter lila angegeben.

Veränderung am Untergestell
Die einzige Veränderung ist die Entfernung der angespritzten Bremsen.
Die Achshalter entsprechen nicht dem Vorbild, aber der Aufwand zur Beschaffung von Fachwerkachshaltern steht für mich hier in keinem gesunden Verhältnis zum Nutzen. Dr. Hufnagel verwendet in seinem Artikel aus dem Eisenbahnjournal ein Personenwagenuntergestell, aber zum Kürzen der Personenwagenfedern fehlen mir auch die Nerven.

Farbgebung

Utensilien
Genius Pro Haftgrund grau aus dem Toom-Baumarkt
Marabu Lackstift schwarz mit Finelinerspitze zum Nachmalen der Puffer
Marabu Lackstift schwarz mit Filzstiftspitze zum Entlangziehen an den Deckleisten
Abklebeband für Lackierarbeiten

Sprayfarbe und Lackstifte
Bild 8: Die graue Grundierung und Lackstifte mit verschiedenen Spitzen.

Wagenkasten
Die sächsischen Güterwagen waren bis zur Einführung der einheitlichen Farbgebung des Deutschen Staatsbahn-Wagenverbandes (gegründet 1909) in einem hellen grau lackiert. Da genaue Angaben nicht vorliegen, habe ich einen Grauton im Stil der seinerzeit von Piko gelieferten Om Breslau gesucht. Die Auswahl an Sprayfarben im örtlichen Baumarkt ist eher begrenzt. RAL 7001 silbergrau ist zu dunkel und RAL 7035 lichtgrau ist irgendwie auch nicht richtig. Bei Toom habe ich aber dann eine graue Grundierung gefunden, die passt :-D

Vor dem Lackieren wird das Dach abgeklebt.
Rahmen
Vor dem Lackieren das Aussenrahmens in der Farbe des Wagenkastens müssen die Radhalter mit Achsen sowie die Puffer abgeklebt werden.
Das Vorbildfoto aus Gotha zeigt schwarze Puffersockel, das ist also nicht vorbildfremd.
Die Puffer nebst Sockelplatten werden aber noch mit dem schwarzen Lackstift nachgearbeitet.

abgeklebtes und lackiertes Untergestell
Bild 9: Abgeklebtes Untergestell nach dem Lackieren. Man beachte die abgeklebten Puffer.

Beschriftungsfeld und Leisten

Das schwarze Feld für Kreideanschriften wird mit dem Bleistift eingefärbt. Dann sieht es etwas abgenutzt aus.
Die Spalten der Lüftungklappen werden mit einem dünnen Fallbleistift nachgebildet.
Die Fasen bzw. Kanten der Deckleisten und Ecken werden nach Foto geschwärzt.. Dazu wird der schräg gehaltenen Lackstift mit Filzstiftspitze an der Kante entlanggeführt.

Anmalen per Stift
Bild 10: Lackieren der Leisten mit Lackstift.

Anschriften

Da mir leider keine vollständige Anschriftvorschrift vorliegt, folgen die Anschriften dem Vorbildfoto (Bild 1). Die Krone, Wagennummer (14481 - also vom Vorbildfoto wegen der Abweichungen leicht abgewandelt ;-) und der Schriftzug K.Sächs.Sts.E.B. sind mit Bleistift aufgemalt. Die richtige Farbe ist umstritten und mein Bleistift ist bei neuen Erkenntnissen wegradierbar. Weitere Anschriften habe ich nicht nachgebildet.

Das Ergebnis der Bastelei sieht dann so aus:

Wagen nach der Fertigstellung
Bild 11: Das Endergebnis
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Literaturhinweise


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