Württembergische Staatseisenbahnen

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01 125

01 005 (Albrecht Ebinger)
01 123 (Albrecht Ebinger)
01 125 (Albrecht Ebinger)
01 046 (Albrecht Ebinger)
01 0505-6 (Albrecht Ebinger)
Baureihe 03.10 (Albrecht Ebinger)
01 1100 (Albrecht Ebinger)

 von Albrecht Ebinger

Entstehung der 01 125

Dies ist eine fast unendliche Geschichte, die damit begann, dass ich nach dem Häuslebau – damals rund 50 Jahre jünger wie heute (82) - mit dem Rauchen aufhörte. Übrigens bis heute. Sparen war nun angesagt. Es war daher eine Riesenüberraschung für mich, als ich ein knappes Jahr später unter dem Weihnachtsbaum ein Sparschwein fand, prall gefüllt mit Fünfmarkstücken, seinerzeit noch aus echtem Silber. Meine Frau erklärte mir schlicht, dies sei der ungefähre Betrag, den ich sonst für´s Rauchen ausgegeben hätte.

Das Geld reichte zum Kauf zweier Lokomotiven, eines Rivarossi Big Boys (!) und einer Fleischmann 01. Beide Lokomotiven waren neu auf dem Markt. Die Freude über die 01 trübte sich jedoch sehr schnell, als Maßvergleiche erhebliche Abweichungen offenbarten. Kessel und Fahrwerk waren zwischen Pufferbohle und erster Kuppelachse gestaucht, die übrigen Maße zu groß. Alle Raddurchmesser waren jedoch zu klein, und auch die Speichenzahl stimmte nicht. Das Tendergehäuse war zu hoch.
Also versuchte ich zu ändern, wozu ich damals in der Lage war: Der zu kurze Kessel wurde unter Verwendung eines Tablettenröhrchens im passenden Durchmesser um 6 mm verlängert, ebenso der Fahrwerkrahmen. Die plumpen Wittebleche wurden durch geätzte von M+F ersetzt. Das führende Drehgestell wurde neu gebaut und erhielt Elmoba-Räder mit 11,5 mm Ø, die Schleppachse mit 14,5 mm Ø. Die Speichen dieser Räder wurden mit einer Messerfeile sorgfältig nachgefeilt. Zeitraubend aber lohnend. Die Befestigung erfolgte mittels eines Gegenlenkers, um beim Seitenausschlag das Drehgestell gleichzeitig nach vorn zu führen ähnlich einer Kulissenführung. Die Treibräder sollten ebenfalls durch Elmoba-Räder mit 23 mm Durchmesser ersetzt werden, doch stellte sich heraus, dass die Kurbelaugen falsch platziert waren. Also blieb es bei der Planung. Das Tendergehäuse wurde unten um einen Streifen gekürzt und damit auf »Vordermann« gebracht. Dies bedingte jedoch eine neue Gehäusebefestigung.
Zunächst war ich mit meiner Arbeit zufrieden. Dies änderte sich, als die Roco 01 erschien. Nun wurde ein komplettes Fahrwerk sowie ein Triebtender von Roco beschafft und entsprechende Anpassungen vorgenommen. Wegen der Zylinderdeckel-Abdeckungen wurden die Fleischmann-Zylinder übernommen, jedoch wegen einer Maßabweichung 1 mm nach hinten verschoben. Die vorderen Schieberdeckel wurden durch Anbringen eines Ringes aus 0,5 mm Draht im Durchmesser vergrößert und dadurch optisch verbessert.. Der nicht korrekte Kohlekasten wurde durch den Zurüstsatz von Günther ersetzt und durch den Aufsatz von Weinert ergänzt. Inzwischen kritischer geworden, befriedigten mich nun die Armaturen am Kessel nicht mehr. Ergo wurden folgende Teile durch Günther,- M+F- bzw. Weinert-Teile ersetzt: (Alle aufgeführten Teile finden sich heute im Weinert-Sortiment).

Rauchkammertür und Spitzenbeleuchtung

Heinl-Mischvorwärmer,

Speisewassermischer,

Kesselspeiseventile,

Dampfentnahmestutzen,

Verteilerarmatur,

Anstellstangen,

Heißdampfregler,

Pfeife,

Zweistufige Luftpumpe,

Kolbenstangenschutzrohre,

Pufferbohle mit Auftritten.

Der Schlot erhielt einen Einsatz aus einem Stück Messingrohr mit 7 mm Außendurchmesser. Ergänzt wurden die Arbeiten durch Neuverlegen fast aller Leitungen. Nach Neulackierung mit Mattlack aus der Sprühdose erhielt die Lok geätzte DB-Logo´s von Weinert sowie eine neue, auf dem PC angefertigte Beschilderung nach DIN 1451. Die 01 125 wurde gewählt, weil von ihr gute Fotos existieren, unerlässlich zur Detaillierung. Weiterhin war sie viele Jahre in Nürnberg stationiert und kam dadurch regelmäßig auch nach Stuttgart.
Obwohl es seit Beginn meiner Verfeinerungsarbeiten sowohl den Umbausatz von Weinert als auch das Modell von Roco gibt, gehört die 01 125 zu meinen Lieblingen. Schließlich braucht sie sich gegenüber heutigen Modellen nicht zu verstecken.
 

 

Albrecht Ebinger

 

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