Zur Startseite


Bau eines Selbstentladewagens der K.Sächs.Sts.E.B.


Ommt 36089 wird von V T No.1592 verschoben.
Foto: Verfasser 2010

Das Vorbild

Ab 1909 beschafften die K.Sächs.Sts.E.B. Selbstentladewagen bei Orenstein und Koppel in Berlin. Sie dienten dem Transport von Füllsand zum Versatz sächsischer Kohlegruben im Zwickauer Revier. Geliefert wurden drei Ausführungen: Die Quellen sind spärlich aber ausreichend: Erschreckenderweise sind beide Betriebsfotos spiegelverkehrt reproduziert.

Das Modell


Das Ergebnis des vorliegenden Bauberichtes.
Ein Entladehandrad (im Bild rechts) fehlt noch.
Foto: Verfasser 2010

Die Form des Wagens legt einen Nachbau aus gefaltetem Papier nahe.

Trichter

Als Machbarkeitsstudie entstand zuerst ein Styroporblock und dann ein Faltbogen des Trichters.
Der Bastelbogen erfordert noch etwas Experimentierfreude. Er ist zum Ausdruck mit 300dpi für H0 gedacht.
Hier kann der Trichterbastelbogen runtergeladen werden.

Der Trichter bildet den ganzen Ladebehälter nach und braucht deshalb eine rechteckige Aussparung im Untergestell.

Unterbau

Der Vorbildradstand von 3850mm spricht für ein Fertigfahrgestell mit 4m Vorbildradstand. Aus Stabilitätsgründen (schließlich wird in der Mitte ein großes Loch aus dem Untergestell geschnitten!) habe ich den Radstand bei 4m gelassen.
Die Pufferbohlen werden abgeschnitten, die Rahmen bis auf die Federschaken gekürzt und die Pufferbohlen mit passenden Ausfräsungen wieder angeklebt.
Die breitere Bremserhauspufferbohle trägt später die Bremserbühne.
Die lockeren Radhalter werden nichtmehr von der KKK gehalten und müssen verklebt werden.
Der Rahmen wird mit zwei Lagen 1x1mm2 Plastestangen verstärkt.


Ein Wagen der Verbandsbauart von Sachsenmodelle ist Quelle des Unterbaus.
Die grünen Striche markieren die abzuschneidenden Teile. Der komplette Aufbau kommt in die Bastelkiste.
Foto: Verfasser 2010


Der fertige Wagen von unten:
In der Bildmitte sieht man die Unterbauöffnung mit dem Ladungstrichter.
Um die Öffnung sieht man Plastikstangen zur Stabilisierung.
Die Pufferbohlen sind mit Revell Plasto Spachtelmasse stabilisiert.

Trichterstreben seitlich

Die U-Profile der Seitenwände entstehen aus Plastikprofilen 1.5x1.0mm2. Diese werden an der Knickstelle eingeschnitten. Wenn sie sich korrekt knicken lassen, werden sie noch silbern angemalt. Verwendet habe ich einen Marabu Brilliant Painter Lackmalstift silbern. Graue Lackstifte habe ich bisher nirgends gefunden.
Hier kann eine hilfreiche Skizze der Streben runtergeladen werden.

Trichterstreben Stirnseite

Die Stirnseiten werden mit 1.2x1.3mm2 L-Profilen gestaltet.
Die abstehende Verstrebung entsteht aus den selben L-Profilen in entgegengesetzter Form.


Stirnansicht der Bremserbühne
Gut sichtbar ist der Einschnitt und Knick der seitlichen U-Profile.
An der Stirnseite sieht man die L-Profile am Trichter und die entgegengesetzten L-Streben.
Das (in der Mitte) zusammengesetzte Bühnengeländer ist auch gut zu erkennen.
Foto: Verfasser 2010


Stütze der Stirnseite
L-Profil mit angeklebter Ecke. Überstand wird an grüner Linie abgeschnitten.
Foto: Verfasser 2010

Bremserbühne

Für die Bühne mit ihrem Geländer fand ich nichts passendes in der Bastelkiste. Aus zwei Pikoteilen habe ich dann was zusammengebastelt. Allerdings lässt sich der Kunststoff von normalem Plastekleber nicht beeindrucken. Mit Sekundenkleber kam aber doch noch was brauchbares raus. Schwarzer Lackstift (Marabu Brilliant Painter) wird zum Abschluß noch aufgetragen.


Grundlage der Bremserbühne
Die im Bild grauen Teile zweier Piko-Bremserbühnen werden nicht verwendet.
Die Stangen links und rechts werden in die grüne Form gebogen und mit Sekundenkleber fixiert.
Die beiden Hälften werden in der Mitte zusammengeklebt.

Puffer etc.

Als Puffer kommen vierfüßige Korbpuffer von Weinert (Art.Nr. 86102) aus Plaste zum Einsatz.
Die Bremsleitungen stammen aus einem Abteilwagenzurüstsatz von Piko (Art.Nr. 53000-03).

Die restlichen Komponenten d.h. Bremse mit Bremsrad und Entlademechanismus mit seitlichen Handrädern entstanden ohne genaue Vorbildinformationen aus Bastelkistenteilen.

Viel Spaß beim Nachbau wünscht
Nils Moh
merman (bei) arcor.de

Quellen:
[GW-Archiv 1] Behrends;Hensel;Wiedau: Güterwagen-Archiv Bd.1, transpress
[Preuß] Preuß, Erich; Preuß, Reiner: Sächsische Staatseisenbahnen, transpress 1991